Wunden

Kleine Wunden sind bei Kindern an der Tagesordnung. Sie heilen normalerweise ohne Probleme, sie sind mit Trost und einem Pflaster schnell vergessen. Die Wunde gilt als sauber, wenn der Wundgrund mit einem hochroten, gut durchbluteten, leicht körnig aussehendem Gewebe (Granulationsgewebe) überzogen ist.

Der Heilungsprozess kann durch eine optimale Wundpflege erleichtert werden. Sie ist vom Ausmass der Wunde abhängig. Während man kleinere Wunden selbst behandeln kann, müssen grössere und tiefere Wunden von einem Arzt versorgt werden (s. Tipps).

Verschiedene Wundarten

  • Schürfwunden
  • Schnittwunden
  • Platz- und Quetschwunden, Prellung (Hämatom)
  • Stichwunden
  • Bisswunden
  • Verbrennungen

Bei Verbrennung, Kopfplatzwunde, Prellung, Quetschung, Hämatom siehe entsprechende Informationsseiten.

Wann zum Arzt?

Verletzungen im Gesicht und grössere, blutende Wunden müssen innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt begutachtet werden, eventuell genäht, gestrippt, geklebt oder geklammert werden.

  • Stark blutende Wunden, wo die Blutung nicht gestoppt werden kann durch eine Kompresse, bzw. wenn es wieder nachblutet.
  • Verschmutzte Wunden.
  • Bisswunden.
  • Fremdkörper (z. B. Glassplitter, Nagel).
  • Infektion/Entzündung. Wenn sich die Wunde entzündet (Rötung, Wärme, Eiter, roter Strich).
  • Stichwunde welche tief ist, kaum geblutet hat.
  • Wenn eine Wunde genäht werden muss (Gesicht, Hände), wenn die Wundränder weit auseinander liegen, unebenmässig sind.

Behandlung Klassische Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel können, wenn sie richtig gewählt sind bei jeder Art von Wunde eingesetzt werden. Sie wirken nicht nur wundheilungsfördernd, antibakteriell, blutstillend, schmerzstillend (z.B. bei Quetschung eines Fingers), sie helfen auch gegen Angst/Schock. Sie helfen wenn ein grosser Bluterguss sich schmerzhaft verhärtet. Sie sind die beste Prophylaxe gegen Wundheilungsstörungen (Narben), Tetanus.

Erste Hilfe (s. Tipps)

  • Bei einer Verletzung nach stumpfer Gewalt (Prellung) mit Schwellung, Bluterguss, Blutung, Schmerzen:  Arnika C30 oder C 200. Dazu werden zwei Globuli der entsprechenden Potenz eingenommen. Danach löst man in einem Glas Wasser 2 Globuli auf. Von dieser Lösung wird alle halbe Stunde bis der Schmerz nachlässt ein Teelöffel eingenommen. Nach 3-4 Gaben mit der Einnahme stoppen, wenn keine Verbesserung eintritt. Vor jeder Einnahme sollte die Lösung mit dem Löffel tüchtig verrührt/verkleppert werden.
  • Bei Verletzungen mit Schock, mit stark untröstlichem Weinen kommt ein anderes Arzneimittel in Frage, ebenso bei apathischem Verhalten.
  • Schnittverletzungen

Tipps

Desinfektionsmittel: Bitte bei Kindern die Altersangabe beim entsprechenden Produkt beachten.  Lösungen mit Jod brennen zudem.

  • Kleine Wunden werden desinfiziert (Octenisept Lösung), können alleine mit einem Wundheilgel, einem Sprühverband an der Luft heilen oder sie werden mit einem Pflaster versorgt.
  • Grössere Wunden werden nach der Desinfektion mit einem Pflaster oder einer Kompresse verbunden und eventuell vom Arzt versorgt. Bei Kindern wichtig: Das Pflaster sollte sich von der Wunde gut ablösen lassen.  Dazu besser ein feuchtes Pflaster, oder feuchte Kompresse verwenden.
  • Bei blutenden oder nässenden Wunden sollte das Pflaster zunächst 2x täglich, dann einmal täglich gewechselt werden. Reissen Sie dieses auf keinen Fall einfach ab, sonst blutet die Wunde wieder.  Klebt es an der Wunde kann das Pflaster/ Kompresse mit steriler Kochsalzlösung getränkt werden,  etwas einwirken lassen (Kochsalzlösung aus Apotheke verwenden). Wenn die Kochsalzlösung nicht hilft Wasserstoffperoxid aus der Apotheke verwenden. Achtung: Sie schäumt stark, wenn sie mit Blut in Verbindung kommt, das tut nicht weh. Die Lösung sollte auch etwa fünf Minuten einwirken, bevor die Kompresse vorsichtig entfernt wird.
  • Damit Wunden besser heilen, ist es von Vorteil dass sie feucht gehalten werden. Nach dem Desinfizieren kann dazu eine Heilsalbe aufgetragen werden (Calendula Wundsalbe, Bepanthen Wund und Heilsalbe). Dann kommt ein Pflaster oder eine Kompresse. Sie können auch eine Gazewundauflage verwenden. Diese Wundauflage ist mit einer Salbe versehen und verhindert das Ankleben der Kompresse.
  • Seien Sie sehr vorsichtig beim Wechseln der Wundauflage, wenn die Wunde genäht wurde. Manchmal verfangen sich die Fäden in der Kompresse.
  • Schürfwunden: Schürfwunden das sind oberflächliche Wunden. Da genügt eine Wunddesinfektion und ein Pflaster.  Bei einer Verschmutzung mit Sand, Kies sollte die Wunde unter fliessenden Wasser ausgespült werden (wenn man unterwegs ist, geht auch Mineralwasser) oder mit Salzwasserlösung (0.9%).
  • Schnittwunden:  Es kommt dabei zu Blutungen. Meist genügt ein Pflaster, allenfalls ein Wundverband mit einer Kompresse.
    • Kleinere klaffende Wunde nicht berühren und nicht auswaschen. Mit Pflaster versorgen.  Desinfizieren und mit Pflaster zusammenziehen.
    • Grössere klaffende Wunden müssen vom Arzt versorgt und genäht werden.
  • Starke Blutung: Sterile Kompresse oder sauberes Tuch (ein gebügeltes Küchentuch)  solange auf Wunde drücken, bis kein Blut mehr kommt.  Bei einer schweren Blutung kann ein Schock eintreten: Kind hinlegen, betreffenden Körperteil erhöhen (über das Herz) und Druckverband mit Mullkompresse anlegen. Sickert weiter Blut durch, Verband mit weiterer Binde verstärken und Kind zum Arzt, Krankenhaus bringen oder Notarzt rufen. Notfalls die zuführende Ader abdrücken.
    • Tiefere Schnittverletzungen an Fingern, Händen bergen immer die Gefahr, dass auch Sehnen oder Nerven verletzt wurden (Kinderarzt, oder Notaufnahme)
    • Blutet das Kind aus Nase, Mund, Ohren muss das ebenfalls abgeklärt werden, (v.a. nach einem Sturz, z.B. Kajüttenbett).
    • Ein grosser Blutverlust kann lebensbedrohend sein. Bei Schocksymptomen mit schneller Puls, blasse Haut, Blässe um Lippen,  Schwindel, Übelkeit, flacher Atmung, Ruhelosigkeit, Luftschnappen muss sofort der Krankenwagen gerufen werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes Kind hinlegen, Beine mit Kissen erhöhen, eventuell
    • Kleider öffnen. Wenn dem Kind star übel ist, Kopf beim Erbrechen zur Seite drehen. Beruhigen, warm halten, nicht alleine lassen. Nichts zu essen, trinken geben (höchtens Lippen befeuchten). Wenn nötig mit Widerbelebungsmassnahmen beginnen.
  • Fremdkörper: Steinchen mit einer Pinzette entfernen. Ein Fremdkörper der noch in der Wunde steckt darf nicht entfernt werden, da es dadurch zu einer starken Blutung kommen kann. Am besten polstert man den Gegenstand mit einer Mullbinde ab, macht einen lockeren Verband und sucht den Arzt auf.
  • Schlechte Wundheilung (Wunde ist blass, kühl, matschig, kaum schmerzhaft (vorerst), die Wunde kann sich auch entzünden. Es kommt dabei zu einer Rötung, Schwellung, Erwärmung, pochende Schmerzen. Es bildet sich Eiter, die Wunde beginnt unangenehm zu riechen. Es können Fieber oder Schüttelfrost auftreten. Von der Wunde kann ein roter Strich Richtung Herz ziehen. Infizierte Wunden heilen oft langwierig, hinterlassen auch öfter unschöne Narben oder bilden Einziehungen an der Haut. Arzt (und begleitend Homöopathen kontaktieren).
  • Stichverletzung (Nagel, Biss): Bei nicht blutender Wunden Wunde ist es ratsam diese zum Bluten bringen (was bei einem Kind aber schlecht umsetzbar ist), Arzt aufsuchen damit die Wunde gespült und versorgt werden kann.
    • Mit Seifenlauge sofort auswaschen (Entfernt den Speichel und darin vorkommende Erreger). Man kann auch Ledumlösung; Hypericum-Lösung (Johanniskraut) verwenden.  Dazu werden ca. 10 Tr. der entsprechenden Tinktur auf 1 dl. abgekochtes, lauwarmes Wasser verwenden.
    • Begleitend ist aber auch eine homöopathische Behandlung möglich.
      siehe: Tetanus (auf meiner Praxiswebseite www.homoeopathie-luzern.ch)
    • Stichwunde durch Nagel: Wunde mit Ledumlösung waschen (verhindert eine Sepsis, Tetanus, fördert die Heilung), wenn möglich auch betroffenes Glied darin baden (Tinktur verdünnt mit sterilem Wasser). Befindet sich die Wunde an einer Stelle, wo sie nicht eingeweicht werden kann: Ledumkompresse machen
    • Befindet sich die Klinge oder ein Gegenstand noch in der Wunde, diesen nicht herausziehen. Es besteht Verblutungsgefahr à Spital.
  • Platz- und Quetschwunden: Platzwunden entstehen dort, wo die Haut direkt auf den Knochen kommt (Knie, Kopf). Wenn es nicht blutet, Stelle mit Cold-Pack kühlen.  Wenn es stark blutet eventuell einen  Druckverband anlegen. Dann Wunde desinfizieren, säubern, Wundränder mit mehreren Pflastern verschliessen. Grössere Wunden die wieder nachbluten müssen genäht, beziehungsweise geklammert werden.
    siehe auch: Kopfplatzwunde

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Desinfektion: Lauwarme Calendulalösung. Omidalin (homöopathische Tropfen,  sie wirken auch vorbeugend gegen Starrkrampf).
  • Wundheilungsfördernd, antiseptisch: Calendula Salbe 10% oder Verband mit Calendula-Lösung befeuchten (Tinktur mit abgekochtem Wasser verdünnen (10 Tropfen auf 1 Tasse abgekochtes Wasser). Man kann auch einen verletzten Finger in der Lösung baden, täglich mehrmals wiederholen (Lösung muss jedes Mal neu angesetzt werden). Achtung: Calendula-Tinktur, bzw. Lösung nicht bei zu tiefen Wunden anwenden da sonst die obere Schicht zu schnell heilt, während die tiefere noch infiziert sein kann.
  • Angst, Schreck, Panik: Notfalltropfen.
  • Splitter (Stachel, Dorn): Ein oberflächlicher Splitter kann leichter entfernt werden, wenn die Haut weicher gemacht wird. Dazu legt man für einige Stunden eine Tomatenscheibe oder eine zerquetschte Zwiebelscheibe auf die betreffende Stelle auf, die mit einem Verband fixiert wird. Liegt der Splitter tiefer muss er evtl. beim Kind unter örtlicher Betäubung entfernt werden.
  • Schlecht heilende Wunden:
    – Baden in Sanikel (Käslikraut); Baden in Calendulalösung (Ringelblume).
    Wunde immer gut trocknen lassen, evtl. kalt trocken föhnen.
    Honigauflage

Behandlung Schulmedizin

Wie die Wunde behandelt wird, hängt von der Verletzungsart, Schwere der Verletzung ab. Die Wunde gilt als sauber, wenn der Wundgrund mit einem hochroten, gut durchbluteten, leicht körnig aussehendem Gewebe (Granulationsgewebe) überzogen ist.

  • Wundversorgung  (Reinigung, Entfernen von Fremdkörpern, Ausschneiden von zerfransten Wunden, Nähen, Entfernen von totem Gewebe).
  • Schmerzmittel
  • Antibiotika
  • Schmerzmittel
  • Tetanusimpfung-,  Auffrischung