Ringelröteln

(Erythema infectiosum)

Die Krankheit tritt relativ selten bei Kindern zwischen sechs und fünfzehn Jahren auf. Ringelröteln treten hauptsächlich in den Wintermonaten und im Frühling auf. Die Ansteckungsgefahr ist aber gering.

Ringelröteln gehören zu den Kinderkrankheiten, es können aber auch Erwachsene daran erkranken. Hervorgerufen werden Ringelröteln durch den Parvovirus B 19. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder über direkten Kontakt (verunreinigte Hände). Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt in der Regel vier bis vierzehn Tage (maximal drei Wochen). In den ersten vier bis zehn Tagen nach Ansteckung ist die Ansteckungsgefahr am grössten, zum Zeitpunkt des Ausschlages besteht hingegen keine Ansteckungsgefahr mehr. Nur ein Teil der Kinder zeigen den charakteristischen Hautausschlag, manche haben Juckreiz, andere haben keinen. Die Krankheit kann auch ohne Krankheitszeichen verlaufen (stille Feiung). Nach durchmachen der Krankheit kommt es zu einer lebenslangen Immunität.

Differentialdiagnose: Zu Beginn der Krankheit besteht Verwechslungsgefahr mit Dreitagefieber, Röteln, Masern, Scharlach, Windpocken

Symptome

Nur etwa ein Viertel der Infizierten haben Beschwerden, bei den andern verlaufen die Ringelröteln symptomlos.

  • Erkältungsähnliche Symptome ohne Hautausschlag: Husten, Schnupfen, Kopf- und Muskelschmerzen, leichtes Fieber (2-3 Tage) oder  Schüttelfrost.
  • Bildung des typischen Hautausschlages: Der typische Ausschlag wird nur bei 15 bis 20 Prozent der Infizierten beobachtet. Er beginnt an den Wangen mit grossen roten juckenden Flecken, die zusammenfliessen. Die etwas heissen, geschwollen Wangen sehen aus, als wäre das Kind geschlagen worden, die Mundpartie bleibt frei (Schmetterlingserythem). Begleitet ist der Ausschlag von Brennen und Spannungsgefühl. An der  Mundschleimhaut findet man manchmal einen fleckigen Ausschlag. Nach ein bis zweit Tagen breitet sich das Exanthem  auf die Streckseiten der Extremitäten (Oberarmen, Oberschenkel, ausgespart bleichen Fuss-, und Handflächen) und auf das Gesäss  aus. Der Rumpf ist selten betroffen. Anfänglich hat das Exanthem ein masernähnliches Bild. Es erscheinen dann rote, leicht erhabene Flecken, die zusammenfliessen und in der Mitte abblassen. Dadurch erscheint ein charakteristisches girlandenartiges Muster (oder wie ein Spitzentuch aussehender Ausschlag). Der Ausschlag kann heftig jucken. Der Hautausschlag kann nur eine Woche bestehen, aber auch bis zu sieben Wochen dauern. Die Stärke als auch die Ausdehnung können ständig variieren. Zwischendurch kann das Exanthem auch verschwinden.  Die Haut ist danach oft schuppig.
  • Während des Ausschlags kann die Temperatur erhöht sein.
  • Es können Lymphknoten geschwollen sein.
  • Selten treten bei Kindern schmerzhafte Gelenkschwellungen auf.
  • Die Krankheit heilt nach 10 bis 14 Tagen meist folgenlos ab.
  • Manchmal taucht der Ausschlag in schwächerer Form nach Wochen als Reaktion auf Sonnenlicht, Hitze oder nach einem heissen Bad wieder auf.

Komplikationen

  • Gelegentlich kommt es zu Gelenkbeteiligungen mit Gelenkschmerzen bevorzugt der kleinen Gelenke, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. Die Beschwerden dauern zwei Wochen bis mehrere Monate an und hören auch ohne spezifische Behandlung von alleine wieder auf.
  • Bei immungeschwächten Menschen kann es zu einer Anämie (Blutarmut) kommen.
  • In der Frühschwangerschaft kommt es bisweilen zu Fehlgeburten. Ein Missbildungsrisiko für den Föten liess sich jedoch bislang nicht nachweisen.

Behandlung Klassische Homöopathie

Bei Fieber Bettruhe und genügend zu trinken anbieten. Eine Behandlung ist selten notwendig. Für den Juckreiz genügen Hausmittel. Vermeiden Sie es das Fieber zu senken, es ist eh nicht hoch. Sollten Gelenkschmerzen auftreten kann eine homöopathische Behandlung notwendig sein.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Betupfen der juckenden Stellen mit einem Haferflockensäckchen. Dazu Haferflocken in ein Tuch geben zu einem Säckchen schnüren. Das Säckchen immer wieder im Wasser einweichen und dann über der Haut ausdrücken (am besten setzt man das Kind in die Badewanne). Die Haut darf danach nicht mit Wasser abgeduscht werden. Man lässt es einfach trocknen.
  • Waschungen mit Kleie, Obstessig, Molke.

 

Behandlung Schulmedizin

  • Es gibt keine ursachenbezogene Therapie. Eine symptomatische Therapie ist meist nicht nötig.
  • Vorbeugung: Es besteht keine Impfung