Pfeiffersches Drüsenfieber

(Mononukleose; Kusskrankheit)

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, im Volksmund auch Kusskrankheit genannt, wird durch ein Herpesvirus (Eppstein Barr Virus) ausgelöst. Über direkten Kontakt oder durch Tröpfchenfunktion wird die Kinderkrankheit übertragen (Speichel, Husten, Schmierinfektion). Wie bei anderen Herpesviren verbleibt das Virus ein Leben lang im Körper und kann schubweise wieder aktiviert werden. Während und nach der Erkrankung können Patienten über den Speichel für Wochen und Monate Virusausscheider sein. Im Frühjahr und frühen Sommer beobachtet man ein gehäuftes Auftreten der Krankheit. Meistens erkranken Kinder und junge Menschen bis 20 Jahre daran. Mononukleose ist nicht so ansteckend wie Mumps, Masern oder Windpocken (Spitze Blattern). Säuglinge sind meist durch Abwehrstoffe der Muter geschützt (Nestschutz). Die Durchseuchung ist weltweit mit ca. 95 % bei den Erwachsenen sehr hoch. Bei kleinen Kindern verläuft die Infektionskrankheit oft unbemerkt (stille Feiung).
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt wenige Tage bis drei Wochen. Die Symptome äussern sich als grippaler Infekt, Mandelentzündung oder auch durch Bauchschmerzen. Normalerweise heilt das Pfeiffersche Drüsenfieber innerhalb zwei bis drei Wochen ohne Komplikationen ab. Bei den meisten Betroffenen tritt die Erkrankung nur einmal auf. Es ist möglich, dass eine akute Mononukleose nicht richtig überwunden wird und eine chronische Infektion zurückbleibt, die für vielerlei unspezifische Beschwerden sorgen kann.

Differenzierung

Verwechselt wird die Krankheit oft mit einer Angina (wenn Antibiotika nicht hilft, oder wenn länger anhaltendes Fieber nicht erklärbar ist), Zytomegalie und Toxoplasmose; Leberentzündung (Hepatitis); Mumps; Röteln; Leukämie.

Symptome

Das Pfeiffersche Drüsenfieber dauert normalerweise zwei bis drei Wochen und heilt fast immer ohne Folgen aus. Das typische Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch eine Mandelentzündung mit Fieber und Lymphknotenschwellungen (Hals, Achselhöhle, Leisten). Ausserdem kommt es häufig zu einer starken Schwellung der Milz.

  • Die Beschwerden sind bei kleinen Kindern schwächer (Müdigkeit, Fieber, Erkältungssymptome oder Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall).
  • Schleichender Beginn mit starker Müdigkeit, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit. Mässiges Fieber, zwischendurch abklingend, bis zu zwei Wochen.
  • Danach kommt es zum Krankheitsausbruch: Fieber, Mandelentzündung (vorwiegend die Gaumenmandeln) mit weissen, gelben Belägen (Verwechslungsgefahr: Eitrige Mandelentzündung wo Penicillin gegeben wird. Werden bei einem Pfeiffer-Drüsenfieber unter der Fehlannahme einer bakteriellen eitrigen Angina versehentlich die Antibiotika Ampicillin oder Amoxicillin gegeben, so bekommen bis zu 90 % der so Behandelten einen grossfleckigen, masernähnlichen Ausschlag. Er wird oft mit einer Penicillinallergie verwechselt mit der Folge, dass dem Kind bei einer späteren Erkrankung die gut verträglichen Penicilline vorenthalten werden).
  • Schmerzhafte Lymphknotenschwellungen (Nacken, Kieferwinkel, Achseln, Brust-, und Bauchraum, Leiste), meistens im Nacken beginnend.
  • Oberbauchbeschwerden, Übelkeit.
  • Milzvergrösserung mit Druckempfindlichkeit unterhalb des linken Rippenbogens.
  • Lebervergrösserung, teilweise Gelbsucht.
  • Gelegentlich kommt es zu einem kleinfleckigen Hautausschlag (wie bei Masern).
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Bei Klein- und Kindergartenkindern werden gelegentlich wiederkehrende Krankheitsschübebeobachtet. Diese Kinder erkranken immer wieder an einer fieberhaften Halsentzündung mit Schwellung der Halslymphknoten.
  • Ältere Kinder und Erwachsene erholen sich manchmal nur sehr langsam vom Pfeifferschen Drüsenfieber. Sie leiden über Wochenunter Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Fieber, depressiven Verstimmungen, Antriebsschwäche und chronische Lymphknotenschwellungen, ähnlich dem beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS).

Komplikationen

Rufen Sie den Notarzt, wenn das Kind plötzlich heftige Schmerzen im linken Oberbauch bekommt und blass wird oder dunkelrote kleine Hautflecken bekommt.

  • Zweitinfektionen mit Bakterien (Mandeln).
  • Atembeschwerden durch starkes Anschwellen der Rachenmandeln.
  • Milzriss (Milzruptur). Die Milz ist stark vergrössert, sie ragt weiter als gewöhnlich in aus dem Brustkorb heraus. Sie kann bei Stössen einreissen, wodurch es zu einer heftigen Blutung in die Bauchhöhle kommt. Ein Milzriss kommt sehr selten vor. Die körperliche Schonung beugt dieser Komplikation vor.
  • Veränderungen des Blutbildes mit Blutarmut und/oder einem Mangel an Blutplättchen.
  • Herzmuskel und Herzbeutel, Lunge und die Nieren können  in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Leberentzündung mit Gelbsucht.
  • Lungenentzündung
  • Beteiligung von Herz (Herzbeutelentzündung/Perikarditis, Herzmuskelentzündung/Myokarditis) oder Nieren.
  • Hirnhaut- oder Gehirnentzündung.

Behandlung Klassische Homöopathie

Bitte behandeln sie das Fieber nicht zu leichtfertig mit fiebersenkenden Zäpfchen (s. Datei Fieber). Bei Pfeifferschem Drüsenfieber müssen sich die Kinder schonen! Auch wenn die Krankheit überstanden ist, darf sechs bis acht Wochen danach kein Sport gemacht werden.

Die Homöopathie hat ausgezeichnete Mittel zur Behandlung des Pfeiffer’schen Drüsenfiebers (Mononukleose) zur Verfügung.
Eine Mononukleose kann eine chronische Störung hervorrufen oder an die Oberfläche bringen. Es wird deshalb eine Konstitutionsbehandlung mit hohen homöopathischen Arzneimittel-Potenzen gemacht. Dabei werden die Symptome der Angina (Halsschmerzen), bzw. des grippalen Infektes (Schwäche, katharrhalische Symptome, Gliederschmerzen), Lymphknotenschwellungen, Milzschwellung und spezielle Symptome des Patienten berücksichtigt. Chronische Folgen können durch eine homöopathische Behandlung verhindert (oder gegebenenfalls behandelt werden). Gar nicht so selten sieht man, dass die Mononukleose noch nach Monaten, oder Jahren. chronische Leistungsschwäche verursacht. Mononukleose wird daher auch in Zusammenhang mit dem chronischen Müdigkeitssyndrom (Chronic fatigue syndrome/CFS) gebracht. Als erstes sollte sich nach der Arzneimittelverschreibung der allgemeine Schwächezustand bessern.

Tipps

  • Bettruhe um der Gefahr eines Milzrisses vorzubeugen. Bei nur geringen Beschwerden ist strenge Bettruhe nicht nötig, das Kind sollte aber viel ruhen.
  • Bei Fieber viel Trinken.
  • Kühle oder warme Getränke. Keine säurehaltigen Obstsäfte, sie verstärken die Halsschmerzen.
  • Leicht verdauliche Nahrung, weiche Kost. Vollwertige, vitaminreiche Ernährung.
  • Fiebersenkende Massnahmen (z.B. kalte Wickel, Essigsocken).
  • Sport erst wieder, wenn die Milz nach sechs bis acht Wochen abgeschwollen ist. Da das Virus relativ hartnäckig ist, wird den Patienten empfohlen sich für einige Monate „zu schonen“, damit es zu keinen Rückfällen oder Komplikationen kommt.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Quarkwickel (bei Schluckbeschwerden).
  • Gurgeln mit Salbei-Tee oder Kamillen-Tee (keine Kamille während der homöopathischen Behandlung).
  • Hals warm halten, z.B. mit lauwarmen Salzwickeln.
  • Warme Bauchwickel.
  • Wadenwickel wenn das Fieber zu belastend ist.

Behandlung Schulmedizin

  • Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, die Krankheit kann nur symptomatisch behandelt werden. Antibiotika helfen nicht, da es sich um eine Viruserkrankung handelt. Antibiotika kann Hautausschläge  machen, es besteht auch die Gefahr Tumore/Lymphome auszulösen.
  • Antibiotika bei eitriger Mandelentzündung.
  • Fiebersenkende Medikamente.
  • Kortison
  • Gammaglobuline
  • Es ist eine ausreichende Schonung erforderlich, die über mehrere Wochen andauern kann.
  • Bei vergrösserter Milz ist besondere Vorsicht angesagt, da die Milz z.B. bei Prellungen platzen kann.