Masern

(Morbilli)

Die Kinderkrankheit Masern sind sehr ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Sprechen, Niesen, Husten). Bluttransfusionen oder die Masernimpfung selber können Masern erzeugen (Impfmasern). Für Masern besteht eine ärztliche Meldepflicht in der Schweiz (virologische und serologische Tests).

Die Inkubationszeit beträgt 8-14 Tage. Ansteckend sind die Masern 5 Tage vor und bis 5 Tage nach Auftreten des Hautausschlages. Die Intensität des Krankheitsverlaufs kann von der Intensität her unterschiedlich sein, eine stille Feiung ist möglich (Masern ohne körperliche Symptome). Wenn die Mutter selber Masern hatte, erkrankt ein Säugling bis zum 6.- 8. Lebensmonat nicht an Masern (Nestschutz). Zwei bis dreijährige Kinder zeigen oft abgeschwächte Verläufe. Am häufigsten sind Vier- bis Zehnjährige von dieser Kinderkrankheit betroffen.

Masern haben einen zweiphasigen Verlauf mit Hautausschlag.

Eine anhaltende Immunität nach der Erkrankung ist gegeben (wenn auch nur bei regelmässigem Kontakt mit dem Wildvirus). Dies ist seit der Masern-Impfung nicht mehr gewährleistet. Eine Masernerkrankung wirkt bei tuberkulinischer Familienbelastung als Ventil (z.B. bei Neigung zu Atemwegsinfekten, Keuchhusten, Röteln, Entwicklungsschwäche, Lymphknotenschwellungen, Mandelentzündungen). Durch die Masern kann es zu einem Stillstand kommen). Frauen die in der Kindheit MMR (Mumps, Masern, Röteln) natürlich durchgemacht haben,  erkranken später weniger häufig an Eierstockkrebs (Newhouse M: A case control study of carcinoma of the ovary. Br. J. Prevention Soc. Med. 1977, 31).

Differentialdiagnose Masern:  Verwechslung mit Röteln, Scharlach, Fleckfieber oder allergischen Exanthemen.  .

Symptome

  • Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen 8 -14 Tage. Das Kind ist allerdings bereits fünf Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlages ansteckend.
  • Fieber für 3-4 Tage, eitriger Schnupfen, bellender Husten, Bindehautentzündung, Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss. Durch die begleitende Bindehautentzündung sehen masernkranke Kinder verrotzt, verheult und verschwollen aus.
  • Mund- und Rachenschleimhaut sind stark gerötet. Hals und Rachen sind rauh, schmerzen, die Lymphknoten am Hals sind geschwollen.
  • Die Zunge ist belegt, der Atem riecht schlecht.
  • Trockener Reizhusten. Durch die Kehlkopfentzündung kommt es zu einem bellenden Husten, Heiserkeit.
  • In seltenen Fällen Pseudo-Blinddarmentzündung mit Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung.
  • Das Fieber ist in dieser Phase für 2-3 Tage amhöchsten (40°C – 41 °C).
  • Ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Exanthems werden weisse Flecken (Koplikschen Flecke) an der Wangenschleimhaut in der Höhe der Backenzähne sichtbar (wie Kalkspritzer, sie lassen sich wegwischen).
  • Es erscheint jetzt der Masern-Hautausschlag. Der juckende Ausschlag beginnt typischerweise hinter den Ohren, geht dann über aufs Gesicht, Nase, Mundumgebung. Differenzierung Scharlach: Bei Scharlach besteht ein freies Dreieck um den Mund. Weiter breitet sich der Ausschlag über Rumpf, Arme und Beine, einschliesslich Hände und Füsse aus. Das Exanthem hat unregelmässige erhabene Flecken, 3-6 mm gross, rot bis violett.
  • Bei Ausbruch des Hautausschlages beginnt das Fieber zu fallen. Ein erneuter Fieberanstieg ist in dieser Phase atypisch und weist auf Komplikationen hin. Wegen des raschen Fieberabfalls sollte auf 1-3 Tage Bettruhe bestanden werden. Ein zu rasches Aufstehen begünstigt das Auftreten von Komplikationen!
  • Der Husten nimmt bei Entfieberung ab.
  • Der Ausschlag verblasst, bleibt noch einige Tage in Form von braunen Flecken sichtbar. Nach ca. 14 Tagen löst sich der Ausschlag in feinen Schuppen an Zehen und Fingerspitzen auf. Das Exanthem verschwindet in derselben Reihenfolge wieder, in der es aufgetreten ist.
  • Nach Abklingen des Ausschlages und Normalisierung der Temperatur ist das Kind nicht mehr ansteckend.

Komplikationen

  • Komplikationen sind bei gesunden, nicht mit Tuberkulose oder Immunschwäche vorbelasteten und gut ernährten Kindern sehr selten. Masern können in seltenen Fällen an verschiedenen Organen zu Komplikationen führen (durch die Viren selbst oder durch zusätzliche Infektion mit Bakterien). So können Masern-, Mumps-, Röteln-Viren das Hirn befallen (sie machen dann einen Heil-Ausschlag). Die Behinderung der Abwehr durch fiebersenkende Mittel und die Unterdrückung des Hautausschlages (Fiebersenken, Bäder, zu frühes Aufstehen, nicht einhalten der Ruhe) vergrössern  das Risiko von Komplikationen. (In den USA ist die Rate von Masernencephalitis und Tod bei heutigen Masernausbrüchen z.B. höher als vor der Impfpflicht).
  • Die Komplikationsrate ist bei Masern im Erwachsenenalter deutlich höher. In der Schwangerschaft treten Masern nur sehr selten auf. Obwohl das Virus über den Mutterkuchen (Plazenta) auf das Kind übertragen werden kann, kommt es nicht zu einer typischen Fehlbildung, wie dies etwa bei Infektionen mit dem Röteln-Virus der Fall ist. Die Frau hat aber ein erhöhtes Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken.
  • Bakterielle Infektionen wie Lungenentzündung (Pneumonie), Kehlkopfentzündung mit oder ohne Beteiligung der Luftröhre (Laryngitis, Laryngotracheitis), Bronchitis, Mittelohrentzündung (Otitis media), Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Eine Entzündung der Lymphknoten in der Bauchhöhle kann zu starken Bauchschmerzen führen.
  • Hirnhautentzündung (Meningitis, Meningoenzephalitis):Sie beginnt zwei bis fünf Tage nach Ausbruchdes Hautausschlags. Zeichen sind Kopfschmerzen, Nackensteife, Erbrechen. Unter deutlichem Anstieg des Fiebers trübt sich das Bewusstsein der kleinen Patienten bis hin zur Bewusstlosigkeit ein. Unbehandelt kommt es zu Krämpfen. Oft werden allerdings auch vorübergehende Bewusstseinstrübungen, wie sie häufig im normalen Krankheitsverlauf von Masern vorkommen, als Encephalitis bezeichnet. Seit den Impfungen sind in Deutschland Komplikationen bei der Erkrankung auf das 15-fache gestiegen (von 1:50’000 auf 1:2000).
  • Gehirnentzündung(Enzephalitis): Eine Mitbeteiligung des Hirngewebes ist seltener. Eine Enzephalitis entwickelt sich etwa drei bis zwölf Tage nach Beginn des Ausschlages mit starken Kopfschmerzen, erneutem Fieberanstieg, Bewusstseinsstörungen, Schläfrigkeit, Erbrechen, Gangstörungen, Krämpfe, Koma, Lähmungen.

Sehr selten kann eine Gehirnentzündung erst Jahre später nach einer zurückliegenden Maserninfektion auftreten. Diese Gehirnentzündung wird als subakut sklerosierende Panenzephalitis bezeichnet. Von einer Million an Masern Erkrankten bekommen nur etwa ein bis vier Personen eine solche verzögerte Gehirnentzündung.

Impfmasern (Atypische Masern)

Seit Einführung der Masern-Impfung kommt es bei geimpften Kindern zum Teil zu einer veränderten Form der Masern. Dabei kommt es zu einem petechialen Hautausschlag (Kapillarblutungen). Dieser tritt zuerst an den Extremitäten und dann am ganzen Körper auf. Der Ausschlag kommt jedoch nicht richtig zum „blühen“, er „schlägt häufig nach innen“ und erzeugt Komplikationen. Das BAG-Merkblatt für Ärzte beschreibt an Impfreaktionen bei 3 % bis 5 % der Impflinge die Impfmasern mit Fieber am 9. bis 12. Tag nach der Impfung. Die abgeschwächte Masernform kann ebenfalls mit Konjunktivitis (Bindehautentzündung), einer Otitis media (Mittelohrentzündung) Tracheitis (Entzündung der Luftröhre) verbunden sein.

Klassische Homöopathie

Noch vor wenigen Jahren wurde in der Fachliteratur Masern als eine Kinderkrankheit beschrieben, die zwar sehr heftig verlaufen kann, in der Regel aber ohne Komplikationen ausheilt. Heute hingegen werden Masern zum grössten Teil in den Medien und in der Gesundheitspolitik mit Masernkomplikationen verwechselt.

Die klassische Homöopathie und andere ganzheitliche Heilmethoden haben eine differenziertere Ansicht, was Gesundheit und Krankheit ist. Eine stabile gute Gesundheit ist ohne Krankheit nun mal nicht zu haben, nur zumutbar muss diese sein. Wie bei anderen Kinderkrankheiten auch, benötigt das Kind bei Masern in erster Linie eine gute Betreuung, Pflege und viel Zuwendung. Eltern berichten immer wieder, dass ihre Kinder nach Masern (oder durch andere infektiöse Krankheiten) nicht nur körperlich einen Entwicklungsschub durchmachten, sondern auch bei der „Ich-Werdung“ einen Schritt nach vorne machten.

  • Infektionskrankheiten mit hohem Fieber führen oft zu einer Verbesserung der Haut. Allergien sind nach Masern seltener. In diesem Zusammenhang: Studien zeigen ein erheblich gestiegenes Risiko nach einer MMR-Impfung für eine Neurodermitis. Besonders Vielfachimpfungen im jungen Altern von 2 – 3 Monaten scheinen das Immunsystem zu überfordern.
  • Aus Sicht der Homöopathie wirken Masern bei einer miasmatischen,tuberkulinischen Familienbelastung als „Ventil“. Tuberkulinische Kinder reagieren, wenn sie krank sind, weitaus intensiver als andere Kinder. In ihrer Vorgeschichte traten z.B. trockene Hautausschläge, eitrige Mittelohrentzündungen, Mandelentzündungen, Polypen, Nasenbluten, Bronchitis, Pneumonie oder Unruhe auf. Durch die Masern-Krankheit kann es bei diesen Kindern zu einer Beruhigung oder zum Stillstand dieser miasmatischen Belastung kommen und damit zu einem Rückgang dieser Beschwerden. Die Differenzierung der Krankheitsneigung, bzw. das Wissen über die Miasmatik ist die Stärke der klassischen Homöopathie. Durch Miasmenkenntnisse und die Behandlung der Miasmen werden Krankheiten „berechenbar“.Ein guter Homöopath wird demnach einschätzen können, was behandelt, und  wie behandelt werden soll und darf. Er wird deshalb bei der Arzneimittelwahl vorsichtig sein, und tunlichst unterdrückende Behandlungen vermeiden. Die Lebenskraft darf unterstützt werden, jedoch nie irritiert werden. So können z.B. Allergien, Neurodermitis nach der Masern-Krankheit ausheilen. Interessant ist, dass noch in den sechziger Jahren bekannt war, dass Kinder mit dem nephrotischen Syndrom (Eiweissausschüttung im Urin) in der Kinderklinik Basel bewusst mit Masern angesteckt wurden, weil danach die Krankheit geheilt war (Chakravati V., Annals of Tropical Paediatrics, 1986, 6:293-294). Kinder in der Dritten Welt sind nach einer Masernerkrankung weniger anfällig für Parasitenbefall und Malaria.
  • Multiple Sklerose ist bei Menschen, die Masern durchgemacht haben, viel niedriger (Kesselring, Schweiz. Med. Wochenschrift 1990).
  • Durchgemachte Masern schützen bei entsprechender Veranlagung vor Krebs. So erkranken Frauen mit durchgemachten MMR (Mumps, Masern, Röteln) z.B. weniger häufig an Eierstockkrebs (Newhouse M: A case control study of carcinoma of the ovary. Br. J. Prevention Soc. Med. 1977, 31). Masern senken das Risiko eines späteren Brustkrebses (anthroposophische Studie). Aus dem Serum von an Masern Erkrankten kann man Faktoren isolieren, die Tumore verhüten können.
  • Wie durchgreifend das Geschehen ist, kann man z.B. daraus ersehen, dass eine Tuber­kulinprobe, mit der man die Abwehrbereitschaft gegen Tuberkulose entweder durch eine durchgemachte Erkrankung oder eine erfolgreiche Impfung testen kann, drei Monate nach durchgemachten Masern zunächst negativ sein kann; erst danach wird wieder eine ausreichende Im­munantwort angezeigt.

Behandlung

Gesunde Kinder brauchen in den allermeisten Fällen überhaupt keine medikamentöse Begleitung bei Kinderkrankheiten, pflegerische Unterstützung und Zuwendung reichen meist aus. Das heisst bei Masern Bettruhe und Verdunkelung des Zimmers. Lichtreize (auch Fernsehen, Computerspiele) sollten verhindert werden, da sie das Hirn reizen. Das Kind braucht nach Masern Zeit zur Erholung. Leider sind die Anforderungen von Seiten der Schule (und Arbeitgeber der Eltern) heute nicht immer mit den körperlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.
Masern bedeuten auch eine Auszeit (Kinder machen danach oftmals einen enormen Entwicklungsschub durch).

Wenn es zu Komplikationen bei der Masererkrankung gekommen ist, wird in der homöopathischen Praxis der Krankheitszustand des Kindes behandelt (Ohrenschmerzen, Husten, Schwäche, Bindehautentzündung, usw.). Entscheidend ist bei der Behandlung immer der Zustand des Kindes. Bei sehr langsamer Krankheitsentwicklung und zu schwachem Hautausschlag wird das entsprechende homöopathische Arzneimittel die Hautreaktion fördern oder das Fieber anregen. Durch eine homöopathische Behandlung verläuft die Krankheit leichter und es wird Komplikationen vorgebeugt. Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist Voraussetzung für die homöopathische Behandlung. So sind Kontrollen (telefonische Rückmeldungen nach der Arzneimittelgabe) über den Heilungsverlauf ein absolutes Muss. Ein homöopathisches Arzneimittel muss innert kurzer Zeit eine klare Heilwirkung zeigen (die Energie steigt, der Husten wird produktiv, das Fieber wird erträglich, weil das Kind zur Ruhe kommt und schlafen kann,  oder weil das Schwitzen angeregt wurde, usw.).

Homöopathisch gegen Masern impfen?

Ich erhalte immer wieder telefonische Anfragen von Eltern, die eine homöopathische Impfung gegen Masern wünschen. Leider kann ich hier nicht dienen.

Die Idee bei einer „homöopathischen Impfung“ ist, dass ein Arzneimittel, eine Nosode (potenzierte Arznei aus krankem/pathologischem Material wie Krankheitserreger, Krebszellen, Sekreten, Impfstoffen, usw.) als homöopathische Prophylaxe verabreicht wird. Man zieht dabei gerne als Vergleich die Impfungen herbei. Der Vergleich ist jedoch schlecht gewählt, da Impfungen nicht zur Bekämpfung von Krankheiten, sondern zur Immunisierung gegen eine Krankheit eingesetzt werden (der Organismus wird zur Antikörperbildung angeregt).

Vertreter dieser Meinung berufen sich schon mal auf Dr. Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie. Dieser habe dies auch schon angewendet heisst es. Dieser hat schon mal vorbeugend Arzneimittel gegeben (z.B. bei einer Scharlachepidemie). Er hatte aber einen völlig anderen Ansatz. Er hat die Krankheitsfälle genau analysiert und die verschiedenen Symptome der Patienten verglichen um den Genius epidemicus zu bestimmen (charakteristischen Symptome einer Epidemie). Dabei ist entscheidend, ob die Symptome näher beschrieben und  differenziert dargestellt werden können (Lokalisation, Empfindungen, Modalitäten und Begleitsymptome. S. Samuel Hahnemann,  Organon der Heilkunst).

Die Gabe von Impf-Nosoden als Prophylaktikum gehört nicht zur klassischen Homöopathie

  • Eine homöopathische Arznei muss immer nach der Ähnlichkeitsregel (Simile) verschrieben werden. Hahnemann lehrte, dass eine Krankheit durch ein Mittel geheilt werden kann, welches bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen kann wie sie der Kranke aufweist. „Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll. Simile similibus curentur“. Voraussetzung für die Anwendung des Ähnlichkeitsprinzips ist die Kenntnis der Arzneiwirkung und die Erfassung des individuellen Symptombildes des Patienten mittels einer Anamnese. Durch das Individualisieren ist die Diagnose nur sekundär von Nutzen, aber für die Prognose der Krankheit ist sie sehr wichtig. Im „Organon der Heilkunst“ wird sehr genau beschrieben, wie die Anamnese (Krankheitsbefragung) umzusetzen ist, um das individuelle Krankheitsbild zu erfahren und welche Symptome des einzelnen Kranken die Arzneiwahl bestimmen (§§ 83-104). Der Name der Krankheit (Diagnose) beschreibt einen pathologischen Zustand, der das Wesen und die Individualität des Menschen völlig ausklammert.
  • Obwohl der Organismus den Impfstoff in potenzierter homöopathischer Form erhält, wird es zu keiner Antikörperbildung, keiner Immunität gegen die Krankheit kommen.

Masern impfen?

Grundsätzlich bin ich zum Impfen kritisch eingestellt. Dies heisst aber nicht, dass ich Eltern vom Impfen abrate. Wichtig ist mir Informationen aus homöopathischer Sicht zu Impfungen, Impfproblematik, Vorbeugung von Krankheiten und Komplikationen und zur homöopathischen Begleitung und Behandlung zu geben.
Manche Eltern sind sich noch nicht im Klaren, ob sie Ihr Kind impfen lassen wollen oder nicht. Wir schauen dann gemeinsam, was das Beste für das Kind ist. Bei familiärer Allergieneigung oder Vorerkrankungen beim Kind wie Dreimonatskoliken, chronischem Schnupfen, chronischem Husten, Milchschorf, Windelausschlag oder Neurodermitis rate ich in der Regel dazu, mit dem Impfen noch abzuwarten oder ich berate zumindest in Richtung gezieltes Impfen. Dieses Vorgehen verschafft den Eltern erst mal die Möglichkeit, erste Beschwerden des Kindes homöopathisch zu behandeln. Klappt dies, finden sie das Vertrauen in die klassische Homöopathie.  Durch die Konstitutionsbehandlung oder durch eine akute Behandlung können die Eltern in aller Ruhe die Homöopathie und mich als Therapeutin kennenlernen. Bei Eltern, welche ihr Kind bei allfälligen Komplikationen eh „schulmedizinisch“ behandeln lassen würden, sei dies aus Angst vor Krankheitsfolgen oder als Zeitgründen (Berufstätigkeit) rate ich eher zum Impfen. Wie die Situation auch ist, grundsätzlich kann ich die Entscheidung für oder gegen das Impfen den Eltern jedoch nicht abnehmen.

Informationen zur Impfung

Harmlos sind Impfreaktionen wie örtliche Schwellungen, die bei zwei bis sechs Prozent der Kinder auftreten können. Etwa ein Prozent hat über 39,5 Grad Fieber.

Leider erlebe im Praxisalltag immer wieder dass nach Impfungen Verdachtsmomente auftauchen, dass es zu Impf-Komplikationen gekommen ist. Dies sind dann die Fälle, wo die Homöopathie ihre ganze Stärke zeigen kann. Da Impfschäden nur sehr selten erfasst werden, dürfte die Dunkelziffer sehr hoch sein. Er­fahrungsgemäss ist es schwierig, einen Gesundheitsschaden nach einer Impfung als impfbedingt anerkannt zu bekommen.

Bei „N.I.E. Netzwerk Impfentscheid“ (Nachfolgeverein von „AEGIS Schweiz“, www.impfentscheid.ch können Sie das „Formular Beobachtungen und Reaktionen nach Impfungen“ und das Formular „Meldepflicht von aussergewöhnlichen Impfreaktionen“ herunterladen.

  • Problematisch ist vor allem die Tatsache, dass trotz Durchimpfung das Masernvirus weiter zirkuliert. In Afrika sterben jedes Jahr etwa 500’000 Kinder an Masern. Bedingt ist die hohe Todesrate vor allem durch Unterernährung, eine hohe Tuberkuloserate und AIDS. Bei unterernährten Kindern liegt die Sterblichkeit um mind. das 400fache über der von Kindern in normalen sozialen Verhältnissen.
  • In den Meldeformularen über die Masernfälle sind weder Vor- noch Grunderkrankungen der Kinder, noch die Behandlung der Krankheit aufgelistet. Dies spielt aber eine grosse Rolle bei der „Impf-Krankheit“. „Normal gesunde Kinder“ erkranken bei Masern nicht schwer (Komplikationen von Masern).
  • Die Impfung bewirkt eine viel schwächere Immunität als die durchgemachte Krankheit und kann die Erhaltung der Immunität nicht gewährleisten. Ein Kind hat nach der Geburt einen Nestschutz gegen Masern, wenn die Mutter die Erkrankung früher durchgemacht hat. Die Muttermilch einer geimpften Mutter schützt den Säugling hingegen nicht zuverlässig vor Masern.
  • Fehlen die Masern als Kinderkrankheit, werden die Personen die an Masern erkranken immer älter (mit höherer Komplikationsrate), um dies zu verhindern muss immer wieder geimpft werden (wie oft?).
  • Eine Schwangerschaft sollte bis drei Monate nach Impfung ausgeschlossen werden.
  • Der Impfstoff baut einen Schutz von 90-95% auf (Bundesamt für Gesundheit BAG). Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass nach der Wiederauffrischungsimpfung die Antikörper zwar wieder ansteigen, aber auch wieder abfallen. Die Masernimpfung führt zu einer Verminderung der zirkulierenden Wildviren, die vor der Zeit der Impfung die Immunität durch unbemerkte Kontakte aufrechterhalten hat (stille Feiung).
  • Ansteckend sind Masern 4 Tage vor und 4 Tage nach Beginn des Ausschlages. Eine Quarantäne für Geschwister von erkrankten Kindern, wie sie von Seiten von Politikern und kantonalen Gesundheitsämtern in Erwägung gezogen wird, ist nicht von Nutzen. Vielmehr dienen solche Vorschläge der Angstmacherei und sollen bei Eltern ungeimpfter Kinder wohl ein schlechtes Gewissen hervorrufen. Richtig ist hingegen, dass ein krankes Kind zu Hause bleiben muss, es benötigt Ruhe und Pflege.
  • Ein Impfzwang mit der Begründung einzuführen, dass ungeimpfte Kinder die geimpften Kinder anstecken, ist gesucht.
  • Der Impfstoff wird heute meist als MMR Impfung, d.h. zusätzlich gegen Mumps und Röteln verabreicht. Bei der Impfung handelt es sich um abgeschwächte Lebendviren. Im MMR Impfstoff finden sich regelmässig zwei Viren aus Hühnerzellkulturen (die bei Vögeln Leukämie auslösen können). Reste von Hühnereiweiss fördern das Allergierisiko.  Man züchtet heute Impfstoffe auch auf menschlichen Krebszellen (MMRV/Masern-, Mumps-, Röteln-, Windpocken- und Tollwutimpfung). Die pharmazeutische Industrie hat diesbezüglich keine Bedenken, sie sieht auch keinen Zusammenhang zum Krebsanstieg bei Kindern.
  • Bei 3% der Geimpften treten Nervenstörungen auf (Gliederschmerzen; Lähmungen). Probleme des Zentralnervensystems nach einer Masernimpfung bewirken oft eine Charakterveränderung (z.B. Verhaltensprobleme wie bei POS/ ADS/ ADHS).
  • Gefürchtet ist die Gehirnentzündung (Masernenzephalitis), umstritten ist, wie oft diese Masernencephalitis vorkommt. Durch die Einführung der Impfung werden hier keine repräsentativen Zahlen mehr möglich sein. Denn Masern wird aus dem typischen Alter der Kindergartenkinder zunehmend ins Erwachsenenalter verschoben. Die Masernencephlitis ist durch die Impfprogramme zwar stark reduziert worden (dies war ein wichtiges Ziel), im gleichen Zeitraum erhöhte sich jedoch die Anzahl der Encephalitisfälle durch andere Ursachen. Zugenommen haben hier vor allem Encephalitiden durch Varizella zoster, Enteroviren, HHV-6(humaner Herpes Virus) und Chlamydia pneumonia. Wie sagte schon der französische Chemiker Pasteur: Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles“. Die anderen Erreger haben also quasi die Lücke geschlossen, die die Masernecephalitis hinterlassen hat. Encephalopathie, also die Impfencephalitis ist als Komplikation nach der Masernimpfung bekannt und wird auch juristisch als Impfschaden anerkannt. Die Forschergruppe Weibel, Caserta, Benor und Evans berichten von mehreren Kindern in ihrer Studie, die nach Masern-Impfung eine Encephalopathie und später einen bleibenden Hirnschaden erlitten (oder sogar starben). Eine Impfencephalitis tritt häufig auch ohne grosse Symptome auf (ausser dass die Kinder benommen sind, oder schrille Schreie ausstossen) und wird deshalb häufig auch nicht als Impfkomplikation gemeldet.
  • Nach Maserninfektionen kann es Jahre oder Jahrzehnte später zur subakut sklerosierenden Panenzephalitis oder SSPE (schwere Erkrankung des Zentralnervensystems) kommen. Die SSPE kann auch nach Impfungen auftreten. Durch die Abnahme der Masernfälle überhaupt, geht diese Erkrankung zurück. Man hat jedoch festgestellt, dass es bei Geimpften zu einer Zunahme der Erkrankungsfälle kommt und die Inkubationszeit bis zum Auftreten der Erkrankung kürzer ist.
  • Die Allergieneigung von Maserngeimpften ist doppelt so hoch wie bei Leuten, welche die Masern durchgemacht hatten (Heuschnupfen, Neurodermitis, chronische Infekte der Ohren, Nebenhöhlenentzündungen, Asthma).
  • Es kann zu einer Thrombozytopenie kommen (die Zahl der Blutplättchen sinkt (Blutungsgefahr).
  • In den letzten Jahren wird mit der MMR-Impfung ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Autismus beobachtet und diskutiert. Autismusfälle haben seit Mitte der achtziger Jahre dramatisch zugenommen, insbesondere sind Kinder im zweiten Lebensjahr betroffen. „Die wachsende Zahl von Autismusfällen ist bis zu dem Punkt gekommen, wo man sagen muss, was früher eine seltene Erkrankung war, ist heute schon beinahe eine Epidemie“, so Chairman Burton vom amerikanischen Repräsentantenhaus (Chairman Burton: Government Reform Committee to Hold Hearing on the Rise of Autism; What: Government Reform Committee hearing: „Autism: Present Challenges, Future Needs – Why the Increased Rates?“ Thursday, April 6, 1999 at 10:30 a.m.). In einer Studie vom August 2002 wurden 125 autistische Kinder (und 92 gesunde Kinder als Kontrollgruppe) untersucht. Bei 60% fand man ungewöhnlich hohe Antikörper-Titer gegen MMR, die spezifisch für die Impfung sind. Ausserdem hatten 90% der Antikörper-positiven Kinder auch positive MBP Autoantikörper (d.h. Antikörper, die sich gegen eigene Myelinscheiden (Schutzmantel der Nerven) richtet), was einen starken Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und dem zentralen Nervensystem nahelegt. Bei keinem der Kinder in der Kontrollgruppe fand man diese Antikörper bzw. Autoantikörper. Die Forscher folgern hieraus, dass eine inadäquate Antikörperreaktion auf die MMR-Impfung, vor allem die Masern Komponente, in Zusammenhang mit der Entstehung von Autismus stehen könnte. siehe Link: www.impfschaden.info

Tipps

  • Bettruhe, nicht ins Freie (Energieverlust).
  • Isolierung Erkrankter für 4-5 Tage nach Exanthem-Beginn.
  • Zimmer gut lüften.
  • Viel trinken, z.B. Wasser, Tee, Vitamin-C-haltige Getränke wie Sanddornsaft und Hagebuttentee. Holunder-, Lindenblüten-, Schachtelhalmtee anbieten. S. auch unter Naturheilkunde: Einläufe
  • Der Appetit ist bei Fieberpatienten im Allgemeinen nicht vorhanden, zwingen Sie Ihr Kind deshalb nicht zum Essen.
  • Kein Duschen, Baden damit der Hautausschlag nicht unterdrückt wird.  Ab 3. Fiebertag kann 1x tägl. der gesamte Körper mit einer lauwarmen Salzlösung abgerieben werden.
  • Nach Abklingen des Hautausschlages und Entfieberung 1-2 Tage Bettruhe einhalten. Danach noch 1 – 2 Wochen Rekonvaleszenz  (je nach Zustand des Kindes).

Einen Arzt oder einen Homöopathen benötigt Ihr Kind:

  • Bei erneutem hohem Fieber nach Abklingen des Hautausschlages.
  • Bei Fieberkrämpfen, Schläfrigkeit, Apathie, Reizbarkeit, Berührungsempfindlichkeit, Nackensteifigkeit (das Kinn des Kindes kann nicht mehr auf die Brust gesenkt werden), punktförmigen Hautblutungen.
  • Austrocknung (trockene Schleimhäute, Urin vermindert, keine Tränen beim Weinen, Hautfalte bleibt stehen wenn man Haut kneift).

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Augenkompressen mit Euphrasia-Tee (Augentrost).
  • Husten: Weleda Husten-Elexier hilft bei Reizhusten (lindert den Hustenreiz, verflüssigt zähen Schleim und fördert die Sekretion).
    • Trockener Husten: Kochsalzinhalationen; Efeuextrakt; Santasapina-Bonbon; Kartoffelwickel
    • Feuchter (verschleimender) Husten: Thymian-Inhalationen oder Tee; Zwiebel aufschneiden und neben Bett legen. Abklopfmassagen am Rücken von unten nach oben (Richtung Hals) helfen den Schleim zu lösen, das Abhusten wird erleichtert (besonders bewährt bei kleinen Kindern). Verwenden Sie keine ätherischen Öle, Salben, Tropfen bei Babys und Kleinkindern mit Campher, Eukalyptus, Menthol. Sie reizen die Schleimhaut der Bronchien sehr stark, sie sondern noch mehr Schleim ab. Da Kleinkinder noch nicht abhusten können, staut sich der Schleim regelrecht in den Atemwegen. Bei einer virusbedingter Bronchitis kommt es so leichter zu einer Verkomplizierung durch Bakterien.
  • Physiologische Nasentropfen (Kochsalz) befeuchten die Nasenschleimhaut.
  • Zwiebelwickel bei Ohrenbeschwerden.
  • Salbei- oder Calendula-Tee (Ringelblume) für Mund- und Rachenspülungen.
  • Fieber und Hautausschlag: Das Entwickeln des Masernausschlages ist ein wichtiger Prozess, damit die Krankheit nicht „nach innen schlägt“ und zu den gefürchteten Komplikationen führt. Fieber und Hautausschlag sind also ein natürlicher Schutzmechanismus. Wenn der Allgemeinzustand des Kindes betroffen ist (das Kind wirkt apathisch, es halluziniert, es hat Kopfschmerzen, Übelkeit), dann kann ein Einlauf gemacht werden.
    siehe auch Fieber (Dehydration)
    Wenn der Ausschlag zu wenig herauskommt:
    T-Shirt in Salzwasser tauchen, 2 EL Salz auf 2 l kühles Wasser reichen, auswringen und dem Kind im warmen Zimmer anziehen. Dann Bademantel anziehen oder ins vorgewärmte Bett legen und mindestens eine halbe Stunde ruhen
  • Einlauf: Um belastendes Fieber erträglicher zu machen und um die Flüssigkeitsaufnahme zu gewährleisten. Lösen Sie 1 TL Salz und 1 TL Glucose/Traubenzucker in einem Liter lauwarmen Wasser auf. Füllen Sie die Lösung in den Klistierballon (z.B. 250ml-Ballon), und verabreichen Sie den Einlauf indem sie vorher die Spitze des Ballons mit etwas Öl einstreichen. Sie können den Einlauf bis 3x wiederholen. Ab 3. Fiebertag kann man auch 1x tägl. den gesamte Körper mit einer lauwarmen Salzlösung abreiben oder Abwaschungen mit Rosmarin oder Calendula machen.

Schulmedizinische Behandlung

  • Es gibt keine spezifische Therapie gegen Masern. DieSymptome werden rein symptomatisch behandelt.
  • Bei Sekundärinfektionen werden Antibiotika gegeben, z.B. bei einer Lungenentzündung, Mittelohrentzündung.
  • Fiebersenkende Zäpfchen mit Paracetamol.
  • Flüssigkeit-, und Eleketrolytzufuhr.
  • Hustenstillende Medikamente. Schleimlöser.
  • Schüttelmixturen oder Lösungen mit antiseptischen Zusätzen.
  • Antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin.
  • Bei gefährdeten, immunsupprimierten Kindern IVIG-Therapie, z.B. mit Gamma-Globulin bis zum 3. Tag nach Kontakt (zwischen 4. bis 7. Inkubationstag evtl. abgeschwächter Krankheitsverlauf).
  • Vorbeugend: Impfung. Bei Erkrankungsfall kann innert 72 Stunden wenn nötig das Umfeld geimpft werden.
    siehe auch Impfungen