Kinderkrankheiten

Sinn der Kinderkrankheiten aus homöopathischer Sicht

Kinderkrankheiten verlaufen bei gesunden Kindern meist unproblematisch (s. bei entsprechenden Kinderkrankheiten). Sie zeigen eine erbliche Belastung an  und geben dem Kind die Möglichkeit, diese abzuschwächen (Miasmatik). Oft tritt nach akuten Krankheiten ein Entwicklungsschub auf oder alte Krankheiten verschwinden (z.B. ein Heuschnupfen). Durchgemachte Kinderkrankheiten bieten einen gewissen Schutz vor späteren gravierenden Krankheiten (man nimmt z.B. an, dass Masern vor Brustkrebs schützen können). Aber auch im späteren Leben senkt das Auftreten fieberhafter Erkrankungen das Krebsrisiko.

Nach einer durchgemachten Kinderkrankheit kommt es zu einer Immunität gegen den betreffenden Erreger (ausser bei Scharlach und bei Kinderlähmung. Eine durchgemachte Poliomyelitis hinterlässt zwar eine Immunität, allerdings nur gegen denjenigen der drei Virustypen, der die Infektion verursacht hat. Gegen die zwei anderen Virustypen besteht keine Immunität).

Gehörten Krankheiten wie Mumps, Röteln oder Masern einst zur normalen Krankengeschichte eines Kindes, werden sie heute zunehmend durch Kombinationsimpfungen „bekämpft“. Ein lebenslanger Impfschutz ist dabei ein Wunschdenken. Die Erfahrungen von Homöopathen weisen denn auch darauf hin, dass Impfungen das Immun- und Nervensystem stark belasten und wesentlich zur Zunahme von chronischen Krankheiten beitragen: Ohrentzündungen und Schnupfen bei Kleinkindern, Anginen und Husten, Allergien, Asthma (10% der Schüler), jugendlicher Diabetes, psychische Störungen, POS/ADHD, Lernstörungen, generelle Entwicklungsstörungen, Rheuma, Multiple Sklerose, Krebs.

Bis zum Alter von sechs Monaten ist ein gestillter Säugling durch mütterliche Antikörper geschützt (wenn die Mutter die Krankheiten auf natürlichem Wege durchgemacht hat). Wird sehr früh geimpft, kann das Immunsystem nicht angemessen reagieren, weil es gar nicht ausgebildet ist. Von impfkritischen Ärzten wird daher (wenn überhaupt) ein gezieltes Impfen empfohlen, d.h. so wenig Impfungen wie möglich und  frühestens ab dem 2. Lebensjahr, besser erst ab dem 4. Lebensjahr. Der Reifungsprozess der Nerven, der Nervenschutz durch den Myelinmantel, wird erst nach Vollendung des 3. Lebensjahres erreicht. Krämpfe, Atemaussetzer, Hirnentzündungen, Nervenentzündungen werden so durch Impfungen seltener.

Im Alter von 5 bis 24 Monaten tragen verschiedenste Infektionskrankheiten dazu bei das Immunsystem des Kindes zu schulen. Kinderkrankheiten und Infektionskrankheiten dienen dem Körper zur Bildung eines aktiven Immunsystems. Dazu gehört die Bildung von Fieber. Fieber darf deshalb nicht leichtfertig mit Fieberzäpfchen unterdrückt werden. Hautausschläge bei Kinderkrankheiten sind wichtig. Innere Organe wie Niere und Leber tun bei Kinderkrankheiten alles, um den Körper über die Haut zu entlasten. Senkt man das Fieber, gehen auch meist die Hautausschläge zurück. Der Preis dabei sind Komplikationen wie Nierenentzündungen, Hirnentzündungen, usw. (gut sichtbar bei Keuchhusten, Masern, Scharlach).

Kinderkrankheiten sind natürliche Krankheiten, sie müssen meist nicht behandelt werden. Mit Hausmittel, Bettruhe und Zuwendung können sie etwas gelindert werden. Treten Komplikationen auf, kann homöopathisch sehr viel bewirkt werden. Zu bedenken ist hier: Krankheit ist mehr als ein Schaden, den man reparieren muss, sie darf nicht unterdrückt werden. Ausschläge, Absonderungen wie Schleim, Durchfall, Erbrechen, Schweiss oder Fieber sind ein Zeichen dafür, dass der Körper sich mit der Krankheit auseinandersetzt. Stören wir den Körper also nicht mit unnötigem Fiebersenken oder weiteren unterdrückenden Massnahmen, dann geht der Organismus gestärkt aus der Kinderkrankheit hervor.

Kinderkrankheiten

Bei Kinderkrankheiten handelt es sich fast immer um Virusinfektionen, seltener sind es auch bakterielle Infektionen (Scharlach; Keuchhusten). Da es sich meist um Virusinfekte handelt, ist eine ursächliche Therapie nicht möglich, die Behandlung beschränkt sich auf Massnahmen, die die Symptome lindern. Kinderkrankheiten verlaufen in der Regel gutartig, wenn auch anstrengend für das Kind und die betreuenden Eltern.

Kinderkrankheiten tauchen bei Kindern häufig auf, wenn sie mit anderen Kindern zusammen sind, in der Regel ab dem Kindergartenalter. Erwachsene, die in ihrer Kindheit nicht erkrankten, sind im Erwachsenenalter nicht davor geschützt. Sie erkranken meist zunächst an einer Primärerkrankung, z.B. einer Bronchitis, Lungenentzündung und dann erst kommt die Kinderkrankheit zum Vorschein. Frauen sollten sich vor einer Schwangerschaft beraten lassen, wenn sie die Röteln oder Masern in der Kindheit nicht durchgemacht haben.

Kinderkrankheiten haben verschiedene Inkubationskrankheiten (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit). Je nach Krankheit kann diese zwischen Tagen bis Wochen betragen. Viele der Kinderkrankheiten sind bereits während der Inkubationszeit ansteckend.

Der Verlauf der Kinderkrankheiten und die Symptome sind krankheitsabhängig:

  • Hautausschläge: Dreitagefieber, Masern, Ringelröteln, Röteln, Scharlach Windpocken (s. entsprechende Krankheiten).
  • Fieber: Bei den meisten Kinderkrankheiten treten Fieber auf (s. Fieber).
  • Durchfall und Erbrechen: Durchfall und Erbrechen sind bei Kinderkrankheiten selten zugegen. Er tritt typischerweise bei der typischen Magen-Darm-Grippe (Noro-Virus) bei Kindern auf (s. Durchfall; Erbrechen).
  • Husten (s. Keuchhusten).

Typische Kinderkrankheiten

Drei-Tage-Fieber
(Exanthema subitum, Roseola infantum)

Bei Säuglingen, Kleinkindern bis drei Jahre. Plötzliches hohes Fieber, welches konstant hoch bleibt oder schwankt. Nach drei Tagen fällt es plötzlich wieder ab. Typisch ist ein kleinfleckiger Hautausschlag mit blassrötlichen, feinen, leicht erhabenen Flecken über den ganzen Körper, der nach zwei Tagen wieder verschwindet, das Gesicht bleibt normalerweise ausgespart. Als Begleiterscheinungen können Drüsenschwellungen, Durchfall und Erbrechen auftreten.

Keuchhusten
(Pertussis)

Die Krankheit verläuft in drei Stadien (untypische Verläufe sind möglich, besonders bei Säuglingen) und dauert mehrere Wochen. Zunächst gibt es eine grippeähnliche Symptomatik mit leichtem Fieber, trockenem Reizhusten (die Ansteckung ist hier am grössten). Dann zeigen sich die anfallsartigen Hustenanfälle v.a. nachts, mit pfeifender Einatmung, häufig mit Würgen und Erbrechen, zähem Schleim. Im letzten Stadium nehmen die Hustenattacken langsam Zahl und an Schwere ab. Begleitsymptome, Komplikationen: Einblutungen in die Bindehaut; Leisten- od. Nabelbruch; Lungenentzündung, Mittelohrentzündung (als Sekundärinfektionen). In seltenen Fällen Krampfanfälle; Atemstillstände (Apnoen) bei Säuglingen.

Kinderlähmung
(Poliomyelitis)

Die Infektion kann drei unterschiedliche Verläufe nehmen. Die Symptome zeigen sich in Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen und Kopfschmerzen, Durchfall. Der zweite Verlauf ist der nicht-paralytische Verlauf. Hier zeigen sich Fieber, Nackensteifigkeit, Rücken- und Muskelschmerzen. Der dritte und schwerste Verlauf ist der paralytische Verlauf. Es kommt zu asymmetrische Lähmungen, v.a. Beine, Durchblutungs- und Hauternährungsstörungen. Normalerweise bilden sich die Symptome innerhalb eines Jahres zurück, Dauerschäden können zurückbleiben. Teilweise erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Infektion tritt das Post-Poliomyelitis-Syndrom als Spätfolge auf. Dessen Symptome zeigen sich in extremer Müdigkeit, Muskelschmerzen und Muskelschwund, Atem- und Schluckbeschwerden. Diese Spätkomplikation scheint eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Paralytischer Verlauf betrifft ca. 0,1% der Polio-Infizierten.

Masern
(Morbilli)

Masern verlaufen zweiphasig, zunächst sind die oberen Atemwege betroffen, Schnupfen, Bindehautentzündung, Halsschmerzen und Kopfschmerzen, trockene Bronchitis, Fieber bis 41 °C, das nach ca. 3 Tagen nachlassen kann, Übelkeit. Am 12. bis 13. Tag geht die Krankheit in das typische Exanthemstadium über, das oft mit einer typischen Schleimhautrötung am weichen Gaumen beginnt, weisse Flecken an der Wangenschleimhaut und erneutem Fieberanstieg.  Der fleckig-knotige Hautausschlag breitet sich hinter den Ohren beginnend innerhalb 24 Stunden über den ganzen Körper aus. Ansteckend ist das Kind bis 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlages. Als Komplikationen Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, in seltenen Fällen Leber und Hirnentzündung.

Mumps
(Ziegenpeter; Parotitis epidemica)

Die Krankheit verläuft bei ca. 40 % der Kinder ohne Symptome. Geschwollenes Gesicht und im Bereich des Kiefergelenks, z.T. abstehende Ohrläppchen, z.T. nur auf einer Seite. Weitere Erkennungszeichen sind Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, oftmals Schwierigkeiten bei der Atmung, Schmerzen beim Kauen, leichte Ohrenschmerzen, sowie unter Umständen Erbrechen, Durchfall Bauchschmerzen in der oberen Bauchgegend (Bauchspeicheldrüse). Komplikationen: Hirnhautentzündung, Entzündung der Hoden, Entzündung Eierstöcke, Innenohrschwerhörigkeit.

Mundfäule
(Aphthöse Stomatitis)

Fieber und Herpesinfektion des Mundes.

Pfeiffersches Drüsenfieber
(Mononukleose; Kusskrankheit)

Häufige und harmlose Viruserkrankung. Die Inkubationszeit beträgt bei Kindern sieben bis 30 Tage, bei Jugendlichen bis sieben Wochen. Bei Kindern unter zehn Jahren verläuft die Erkrankung meist ohne Symptome. Schleichender Beginn mit starker Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen. Danach Fieber, Nachtschweiss, oft auch Mandelentzündung mit hellen Belägen, fauler Mundgeruch, Heiserkeit, trockener Husten, generalisierte Lymphknotenschwellung (im Nacken beginnend), Milzschwellung, Leberschwellung. Selten treten die gleichen Ausschläge wie bei Röteln auf. Langgezogene Krankheitsverläufe über Wochen, Monate (bis Jahre) sind möglich (Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressiven Verstimmungen, Antriebsschwäche und chronische Lymphknotenschwellungen, ähnlich dem beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS).  Komplikationen  Selten Gehirnentzündung (Enzephalitis), infektiöse Blutarmut (autoimmunhämolytische Anämie), Blutplättchenarmut (Thrombozytopenie), Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose), Leberschwellung (Hepatomegalie), Milzschwellung (Splenomegalie), Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Nierenentzündung (Nephritis) und Gelbsucht (Ikterus). Wie bei anderen Herpesviren verbleibt das Epstein-Barr-Virus lebenslang im Körper und kann schubweise wieder aktiviert werden (abgeschwächte Form).

Ringelröteln
(Erythema infectiosum)

Grippale Symptome mit leichtem Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen. Drei Wochen später äussert sich die Krankheit durch einen stark roten Ausschlag auf den Wangen (die Mundpartie ist ausgespart) und an den Streckseiten der Extremitäten und des Rumpfes. Der Ausschlag ist fleckig, girlandenförmig. Manchmal taucht der Ausschlag nach mehreren Wochen wieder auf blasst ab und tritt wieder auf und verschwindet nach 1-3 Wochen wieder, evtl. begleitet von Juckreiz und etwas Fieber, Schnupfen/Schluckschmerzen oder Gelenkschmerzen. Diese Kinderkrankheit verläuft häufig ohne Krankheitszeichen.

Röteln
(Rubella)

Die Krankheit verläuft bei vielen Kindern oft unbemerkt. Kurze Phase mit erhöhter Temperatur, leichtem Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, vergrösserte Lymphknoten am ganzen Körper, besonders im Nackenbereich und hinter den Ohren. Der Hautausschlag beginnt nach 2-3 Tagen hinter den Ohren, im Gesicht und breitet sich von oben nach unten über den ganzen Körper aus, er ist fein- bis mittelfleckig, hellrot, nicht zusammenfliessend. Der Hautausschlag ist nicht immer vorhanden. Komplikationen: Gelenksentzündungen (Arthritis), Hautblutungen wegen Blutplättchenmangel, selten Hirnhautentzündung.

Scharlach
(Scarlatina)

Mehrfache Ansteckung in jedem Alter möglich (Scharlach-Angina). Der Verlauf dieser Krankheit kann sowohl schwer mit deutlichem Hautausschlag, kann aber auch leicht ausfallen, wobei lediglich leichte Halsschmerzen und wenige Auffälligkeiten auftreten. Scharlach kann auch ohne Fieber, rote Zunge und Ausschlag auftreten. Plötzlicher Beginn mit Fieber bis 40 °C, Kopf- und Halsschmerzen, reduzierter Allgemeinzustand, Glieder- und Gelenkschmerzen, gelegentlich Erbrechen, Bauchschmerzen. Nach 1-2 Tagen ist die Zunge ist zuerst dick belegt, ab 2. Tag Erdbeerzunge mit heraustretenden Geschmacksknospen. Der Hautausschlag ist kleinfleckig (bis Stecknadelkopfgrösse), dicht stehend, intensiv rot, rau. Beginnend obere Brust, Achselhöhlenbereich, übergreifend auf Beugeseiten der Arme und Beine. Blässe um den Mund im fiebergeröteten Gesicht. Vergrösserte Mandeln mit weissen Belägen. Nach 1-2 Wochen schuppt die Haut ab. Falls keine Behandlung erfolgt tritt nach 7 bis 10 Tagen eine Schuppung an Handteller und Fusssohlen auf. Komplikationen: Gelenkschwellung, Nierenentzündung, Herz- und Herzklappenentzündung.

Windpocken
(Varizellen; Feuchtblattern; Spitze Blattern; Wilde Blattern)

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Kurz anhaltendes Fieber (nicht unbedingt), gelegentlich Kopf- und Gliederschmerzen. Nach 1-2 Tagen rote, juckende Flecken mit Bläschen auf Haut- und Schleimhäuten am ganzen Körper, Juckreiz. Der Ausschlag beginnt meist im Kopfbereich. Später verkrusten die Bläschen und fallen ab. Anzahl Bläschen ist ganz unterschiedlich. Komplikationen: Narben durch Kratzen. Die Viren können über Jahrzehnte im Körper verbleiben, nach Jahren kann eine schmerzhafte Gürtelrose auftreten. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht für schwangere Frauen (schwer verlaufende Lungenentzündung, Missbildungen beim Kind), für Neugeborene und für Personen mit einem geschwächten Immunsystem.