Kephalhämatom

(Geburtsgeschwulst)

siehe auch Beule; Schreibabys

Manchmal hat das Baby nach der Geburt eine Verformung am Kopf, man spricht dann von einem Kephalhämatom (harte Schwellung) oder einer Geburtsgeschwulst (Blut-, und Lymphstau) kommen.

Das Kephalhämatom ist ein Bluterguss zwischen den Kopfknochen und Periost des kindlichen Kopfes. Durch das Pressen durch den Geburtskanals oder durch Verwendung von Saugglocke (Vakuum) oder Zange kann zum Zerreissen kleiner Blutgefässe kommen.

Symptome

  • Kephalhämatom: Es kommt häufiger durch Vakuumgeburt vor. Es ist prall-elastisch und berührungsempfindlich. Das Hämatom vergrössert sich oftmals in den ersten 24 h nach der Geburt, bleibt aber im Bereich eines Schädelknochens. Die Rückbildung (Resorption) erfolgt in den ersten sechs Wochen. Bei der Heilung kann es zur Verknöcherung des Hämatomrandes kommen.
  • Geburtsgeschwulst (Caput succedaneum): Teigige, Ödematöse, weiche weiss-blau schimmernde, häufig auch bläulich-rötliche  Schwellung unter der Haut. Sie ist unscharf begrenzt, breitet sich über die Grenzen der Schädelnähte (Suturen) aus. Eine Geburtsgeschwulst bildet sich innert 2-3 Tagen zurück.
  • Geburtszange: rötliche, rote bis bläuliche Streifen an Wange, Schläfen, Ohren.
  • Saugglocke (Vakuum): Meist am Hinterkopf: Schwellung bis prall-elastisches Hämatom, Berührungsempfindlichkeit. Die Kopfhaut kann Schürfungen, Bläschen, Risse aufweisen und bluten, Wundsekret absondern.

Ursachen

  • Lange Geburt, enger Geburtskanal, grosser Kopf.
  • Wenig Fruchtwasser; vorzeitiger Blasensprung
  • Schneller Durchtritt des Kindes durch das Becken oder eine Scheitelbeineinstellung.
  • Kopf- und Beckenmissverhältnis
  • Haltungs- und Einstellungsanomalien
  • Vakuum (Saugglocke)
  • Geburtszange
  • Saugglocke (Vakuum)

Behandlung klassische Homöopathie

Eine Geburt ist Schwerstarbeit, grosse Kräfte wirken dabei auf die Schädelknochen des Kindes ein. Deshalb ist der kindliche Schädel auch mit verschiebbaren Schädelplatten ausgerüstet. Die Knochengrenzen (Zwischenräume; Suturen) sind mit Bindegewebe gefüllt. Treffen mehrere Schädelknochen zusammen, bilden sich einzelne Bindegewebsflächen (Fontanellen). Die Fontanellen bestehen auch aus Bindegewebe. Allerdings sind nur zwei beim Baby sicht und fühlbar. Die eine liegt oberhalb der Stirn auf dem Vorderkopf und die kleinere am hinteren Ende des oberen Schädels. Die Grösse der grossen Fontanelle ist je nach Kind unterschiedlich gross. Bereits hier ist die Individualität sichtbar (ganz wichtig in der klassischen Homöopathie).

Durch die beweglichen Schädelknochen ist eine Geburt überhaupt erst möglich. Der Schädel ist danach verformt, bildet sich aber bald wieder in seine symmetrische Form zurück. Dass der Schädel verformbar ist, ist auch wichtig für das Hirnwachstum, weil der Schädel so mitwachsen kann. Bei etwas der Hälfte der Kinder schliesst sich die Stirnfontanelle zwischen dem 9. und dem 18. Lebensmonat, spätestens aber bis zum 27. Lebensmonat. Die kleine Fontanelle schliesst im ersten Lebensjahr. Wenn es hier zu Problemen kommt, ist auch wieder die Homöopathie indiziert.

Körperliche Verletzungen während der Geburt durch gewaltsame Einwirkung (z.B. durch Saugglocke, Zange) sind mit Schmerzen verbunden. Die Aussage, dass sich das auch ohne Behandlung auswächst, mag ja stimmen. Andererseits ist nicht verwunderlich, dass Babys nach so einem schwierigen Start ins Leben mit weiteren körperlichen Beschwerden reagieren. Schlafstörungen, Klaustrophobie (sie kann sich zum Beispiel schon früh beim Anschnallen im Auto-Kindersitz zeigen). Dazu kommt die Angst der Mutter, welche stillt und so sehr eng mit ihrem Kind verbunden ist, und ihre Angst dadurch auch auf das Kind überträgt. Neben dem Hämatom sind es auch einseitige Haltungsstörungen (Schiefhals; Kiss-Syndrom), vermehrtes Schreien, schwaches Saugen und Schlucken, Verdauungsstörungen mit Bauchkoliken, Verstopfung, die auf ein Geburtstrauma hinweisen können. siehe Schreibabys

Homöopathische Arzneien stoppen die Einblutung schnell, regen den Körper an, das Blut zu resorbieren, wirken entzündungshemmend, sind schmerzstillend. Aber auch bei Geburtschock, Lähmungssymptome (Gesicht, Arm), Muskelverkrampfung kann eine frühzeitige Behandlung helfen.

In verschiedensten Ratgeber wird Arnika zu innerlichen Anwendung empfohlen. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass nicht immer Arnika indiziert ist. Hier gilt es, wie immer in der Homöopathie, dass bei der Arzneimittelwahl individualisiert wird. Das heisst, die Arznei-Symptome müssen auf den Krankheits-Zustand des Patienten passen.
Nicht jedes Kind  mit einem Kephalhämatom verhält sich zum Beispiel gleich. Das eine mag am Kopf nicht berührt werden, dem anderen macht die Berührung überhaupt nichts aus. Das eine ist ruhig, das andere ist unruhig und schreckhaft, zittert sogar. Auch Allgemeinsymptome und Begleitsymptome sind sehr wichtig für die Arzneiwahl.

Aconitum, Calcium carbonicum, Calcium fluoratum, Hypericum, Lachesis, Ledum, Mercurius, Phosphorus, Symphitum, Rhus toxicodendron, Ruta, Sulfuricum acidum sind nur einige bewährte Arzneimittel für die Behandlung von Hämatomen/Blutergüssen. Dazu ist aber immer eine Fallaufnahme notwendig.
Keinesfalls sollte dem Kind über Tage und Wochen einfach so eine homöopathische Arznei gegeben werden, ohne dass eine Anamnese (Fallaufnahme) gemacht wurde. Eine falsche Mittelwahl und falsche Potenz kann die Heilung einerseits verzögern oder gar Symptome erzeugen (Arzneimittelsymptome).

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Essig-Umschlag (Einen Teil Essig auf drei Teile Wasser).
  • Arnika-Salbe 10 %, Achtung: Wenn eine offene Wunde vorhanden ist, sollte keine Arnika verwendet werden.
  • Verdünnte Calendula-Tinktur auf Kompresse geben, 1:10. Sie wirkt blutstillend, schmerzlindernd, desinfizierend.
  • Notfalltropfen; Notfallcreme
  • Osteopathie
  • Cranio Sakral-Therapie

Behandlung Schulmedizin

  • Keine Therapie bei Geburtsgeschwulst, Kephalhämatom
  • Vitamin K wegen dem Blutverlust. siehe Schreibabys (Vitamin K)
  • Desinfektion
  • Bei einem ausgeprägten Hämatom kann eine Punktion gemacht werden, birgt aber die Gefahr einer Infektion.
  • Bei neurologischen Auffälligkeiten Abklärung mit Ultraschall-Untersuchung (Hirnblutung).