Fremdkörper

Fremdkörper verschluckt (Ingestion)

Kleine Kinder unter drei Jahren erkundigen ihre Umwelt mit dem Mund, schnell ist da eine Murmel, ein Geldstück oder ein sonstiger kleiner Gegenstand verschluckt. Während das Verschlucken in die Speiseröhre meist nur schmerzhaft ist, kann das Verschlucken in die Luftröhre lebensgefährlich werden. Gegenstände kleiner als 2cm können den Magen problemlos passieren, sie werden nach drei bis fünf Tagen auf natürlichem Wege  wieder ausgeschieden. Bei giftigen Stoffen (Knopfbatterie), scharfkantigen Gegenständen oder wenn gar nicht sicher ist, was verschluckt wurde, ist ärztliche Hilfe notwendig (Gefahr von Verätzung, Verletzung).

Symptome

Verfängt sich der Fremdkörper in der Speiseröhre kann es zu starkem Würgreiz, Erbrechen und Schmerzen kommen. Bleibt das verschluckte Teil auf dem Weg zum Magen stecken, führt dies zu lebensgefährlichen Verletzungen.

Kontaktieren sie Ihren Kinderarzt bei verschluckter Nadel, Knopfbatterie, vergeblichem Würgen, vermehrtem Speicheln, häufigem Schlucken, Heiserkeit, Bauchschmerzen.

  • Das Kind beginnt plötzlich zu husten, zu würgen.
  • Unruhe, starker Speichelfluss, Erbrechen.
  • Schmerzen
  • Atemgeräusche (Keuchen, Pfeifen, Rasseln).
  • Das Kind legt instinktiv die Hand an den Hals, kann z.B. weder sprechen, atmen oder husten, Angst und Aufregung sind ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben, Blaufärbung der Lippen und/oder der Haut, Pfeifende, keuchende Atmung, Einziehen des Brutkorbes, Husten, Bewusstlosigkeit  Notarzt (Tel. 144 – Ambulanz) und Erste Hilfe!

Komplikationen

  • Schleimhautverletzung, Verletzung der Speiseröhre
  • Verlegung der oberen Atemwege.
  • Vergiftung
  • Verätzung

Erste Hilfe

  • Bei Vergiftungsfällen, Vergiftungsverdacht: Tox-Zentrum Zürich Tel. 145 (gibt rund um die Uhr Auskunft).
  • Ein sichtbarer Fremdkörper aus dem Mund auswischen.
  • Durch auf den Rücken klopfen löst sich der festsitzende Gegenstand. Kind hinsetzen (Säugling auf den Schoss), der Kopf soll niedriger sein als die Lunge, was auch durch nach vorne beugen erreicht werden kann. Sie können das Kind auch mit seiner Hüfte über Ihren Oberschenkel legen, so dass der Kopf und der Bauch des Kindes zum Fussboden zeigen. Mehrmals mit der flachen Hand zwischen Schulterblättern klopfen um Hustenreiz auszulösen.
  • Ist die Atmung eingeschränkt sofort Notarzt benachrichtigen. Versuchen Sie bis zu dessen Eintreffen das Kind zu beruhigen. Kinder suchen instinktiv eine Position, die ihnen das Atmen erleichtert. Versuchen sie nicht, diese Haltung zu verändern, solange das Kind Luft kriegt.
  • Bei fehlendem Husten Heimlich Griff anwenden: Durch einen plötzlichen, kraftvollen Druck auf die Magengrube in Richtung Zwerchfell wird die noch in der Lunge verbliebene Luft herausgepresst und dadurch der festsitzende Fremdkörper gelöst.
    • Kind älter als ein Jahr: Mit dem Rücken vor den Bauch halten und mit beiden Armen umfassen, dabei den Oberkörper mit beiden Armen nach unten hängen lassen. Die geballte Faust auf den Bauch zwischen Nabel und Brustbein legen, kurz aber kräftig Richtung Zwerchfell drücken, den Druck evtl. mehrmals wiederholen.
    • Grössere Kinder: Sie werden mit dem Rücken an den eigenen Brustkorb gedrückt, dabei beide Hände verschränkt vor den Körper des Kindes halten. Dann kurzen starken Druck auf das Zwerchfell ausüben, die Hände können dabei bis unter die Rippen gleiten. Die Druckrichtung ist auch schräg nach oben (unter die Rippen).
  • Sind keine Atemgeräusche oder Atembewegungen zu erkennen, führen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes eine Beatmung durch. Säugling/Kleinkind: Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie das Baby mit dem Rücken auf Ihre Oberschenkel (Kopf zum Knie). Unterstützen Sie den Kopf Ihres Kindes mit einer Hand, halten Sie es gut fest und senken Sie die Knie, sodass der Kopf tiefer als der Körper liegt. Legen Sie nun die freie Hand auf das Brustbein (knapp unterhalb der Verbindungslinie zwischen den beiden Brustwarzen) und drücken Sie bis zu fünfmal in Folge schnell und kräftig nach unten. Gegebenenfalls wiederholen. Beatmung: Den Kopf des Kindes vorsichtig nach hinten strecken (nicht überstrecken). Bei Säuglingen mit dem Mund Nase und Mund des Kindes umschliessen, ab drei Jahren beatmen wir wie vom Mund zu Mund unter Zuhalten der Nase des Kindes. Ein Beatmungsstoss dauert ca. 1 Sekunde. Wir blasen gerade so viel Luft ein, dass sich der Brustkorb erkennbar hebt und das mindestens 20 bis 25- mal in der Minute.

Behandlung Klassische Homöopathie

In erster Linie gilt es den Fremdkörper zu entfernen. Bei starker Unruhe, Angst, Schmerzen kann akut behandelt werden, damit das Kind überhaupt mitmacht beim Entfernen des Fremdkörpers oder bei der Untersuchung.

Nach dem Entfernen werden homöopathische Arzneimittel in Abhängigkeit von den Nachwirkungen bestimmt (Verätzung, Bauchschmerzen).

Tipps

  • Vorbeugung: Medikamente, ätzende, giftige Lösungen, Putzmittel an kindersicherem Ort aufbewahren.
  • Niemals Erbrechen auszulösen oder einen nicht sichtbaren Fremdkörper mit dem Finger zu entfernen, der Kinderarzt/Notarzt benötigt dazu spezielle Instrumente. Kein Abführmittel geben.
  • Bis zum Alter von vier Jahren sollten Kinder auch keine  Erdnüsse, Pistazien bekommen.
  • Leichtes Massieren der Bauches in der Nabelregion im Uhrzeigersinn.
  • Sauerkraut essen.

Behandlung Schulmedizin

Informieren Sie den behandelnden Arzt möglichst über den genauen Zeitpunkt des Verschluckens, Grösse, Material, Form, Oberflächenbeschaffenheit des Gegenstandes (Anzahl!), Uhrzeit der letzten Mahlzeit.

  • Entfernung des Fremdkörpers.
  • Bei grösseren Gegenständen Ultraschall, Röntgen.