Auge Fremdkörper

Fremdkörper können die schmerzempfindliche Hornhaut oder die Bindehaut verletzen und zu Entzündungen führen. Unsere Augen sind durch Wimpern, Augenlider, Tränenflüssigkeit vor kleinen Fremdkörpern gut geschützt. Durch Blinzeln, Tränenbildung werden sie auf natürliche Weise entfernt.

Die meisten Fremdkörper findet man an der Oberfläche des Auges (Innenseite der Augenlider, Bindehaut, Hornhaut). Scharfkantige Fremdkörper, die mit Wucht auftreffen, können den Augapfel regelrecht durchdringen, und/oder in die Augenhöhle neben oder hinter den Augapfel gelangen (Ast, Splitter, Bleistiftspitze, Schere, Pfeile). Durch stumpfe Gewalteinwirkung  kann es zu einer Prellung des Auges kommen (zurückschnellender Ast, Schneeball, Tennisball, Fussball, Soft Gun, Wurfspiele, Sturz, Faustschlag).

Symptome

  • Das Auge schmerzt, kratzt, beginnt zu tränen. Das Kind blinzelt, reibt das Auge. Die Bindehaut entzündet sich.
  • Das Kind hat einen Widerwillen das Auge zu öffnen.
  • Schmerzen, vor allem bei Lidschluss, Rötung, verschwommenes Sehen, Schwellung des Augenlides weisen auf eine Verletzung der Hornhaut hin. (Wenn Wochen oder Monate nach der Verletzung erneut Schmerzen nach dem Aufwachen, Lichtempfindlichkeit, tränende Augen, Krämpfe im Augenlid und verschwommene Sicht auftreten, weist dies auf eine rezidivierende (wiederkehrende) Hornhauterosion hin).

Klassische Homöopathie

Harmlose, kleine Fremdkörper können Sie meist selbst entfernen. Das Auge nicht reiben, sondern unter fliessendem Wasser auswaschen. Glassplitter nur vom Augenarzt entfernen lassen. Eisensplitter rosten schnell und machen so tiefe Wunden wenn sie ausgebohrt werden müssen bei der Entfernung. Sie müssen daher schnellstens vom Augenarzt unter Lokalbetäubung entfernt werden.  (siehe Tipps)

Die klassische Homöopathie hilft bei den akut auftretenden Schmerzen, Entzündungen, Blutungen nach Fremdkörper. Sie kann auch zur Tetanusprophylaxe eingesetzt werden. Homöopathische Arzneimittel kommen auch als Begleittherapie zur Schulmedizin in Frage. Zum Beispiel, wenn es nach der Entfernung des Fremdköpers zu Komplikationen wie  Infektion, Wundheilungsstörung, Schmerzen, rezidivierende Hornhauterosionen kommt.

Die homöopathische Behandlung bei Kindern hat den Vorteil, dass keine Augensalbe oder Tropfen verabreicht werden müssen, was manchmal für die Mamis schwierig sein kann. Schmerzen nach einer Hornhautverletzung können innert Minuten nachlassen. Meine Patienten können sich, wenn eine homöopathische Hausapotheke vorhanden ist, jederzeit telefonisch beraten lassen.

Tipps

Spitze Gegenstände wie Stifte, Scheren, Messer: Lassen Sie Ihre Kinder nie mit solchen Gegenständen herumlaufen. Ältere Kinder dazu anhalten, spitze Gegenstände mit dem Spitzenende nach unten zu tragen.

  • Fragen Sie nach, was denn ins Auge gekommen ist. Sand, Krümel, Staub oder ein gefährlicher Fremdkörper wie Bleistift, Mikadostäbchen, Zahnstocher, Glassplitter?
  • Bei Glassplitter, Metall- oder Holzteilchen ist das Augereiben zu vermeiden. Festsitzende Fremdkörper nicht selber entfernen, das kann nur ein Augenarzt. Sowohl das betroffene als auch das gesunde Auge mit einem möglichst keimfreien Tuch oder feuchter Watte abdecken und Augenklinik benachrichtigen/aufsuchen.
  • Harmlose Fremdkörper wie Staub, Mücke, Haar mit fliessendem Wasser auszuspülen. Sie können  das Auge mit einer Hand auch offen halten und mit einem befeuchteten Baumwolltuch den Fremdkörper von der Pupille weg Richtung Nase entfernen.
  • Oft klebt der Fremdkörper unter dem Oberlid. Versuchen Sie das Oberlid nach vorne und über das Unterlid zu ziehen, das Kind dabei nach unten blicken lassen. Beim Zurückgleiten des Oberlids bleibt der Fremdkörper meist am Unterlid hängen. Sie können je nach Alter des Kindes versuchen, mit Hilfe eines Ohrenstäbchen das Oberlid nach oben umzudrehen und mit einem feuchten Taschentuch oder Wattestäbchen zu säubern. Gelingt die Entfernung nicht, nicht weiter probieren, Augenarzt oder Kinderarzt aufsuchen.
  • Wenn das Objekt gross ist und das Auge sich nicht schliessen lässt, Auge mit einem Plastikbecher bedecken und decken Sie auch das andere Auge zu, damit Augenbewegungen unterdrückt werden. Augenarzt, Augenklinik aufsuchen.
  • Ätzende Stoffe (Säure, Lauge): Sofortige Augenspülung mit Wasser mindestens 15 Minuten lang. Den Spülstrahl nicht zu kräftig aufs Auge treffen lassen. Im Idealfall kann sich während dieser Zeit eine zweite Person schon um einen Transport zur nächsten Augenklinik kümmern. Vorgehen: Kopf unter den Wasserhahn, Auge weit aufreissen und Wasser drüber laufen lassen, evtl. auch mit einem grossen nassen Lappen quasi Wasser ins Auge drücken.
    Achtung: Der Abwehrreflex lässt den Kopf vom Schmerz wegdrehen, die Spülflüssigkeit würde über den Nasenrücken ins nicht betroffene Auge laufen. Der Kopf muss daher in der richtigen Lage gehalten werden, wenn Sie im Liegen spülen.

Achtung:
Stellen Sie Ihr Kind einem Augenarzt vor, wenn:

  • nach jeglicher stumpfer Gewalteinwirkung,
  • nach Verletzung durch Splitter, Stichverletzung. Achtung: In der Regel muss operiert werden, daher nichs mehr zu trinken oder essen geben, keine Schmerzmittel mehr verabreichen,
  • nach Verletzung mit ätzenden Stoffen,
  • wenn trotz Entfernung des Fremdkörpers weiterhin Schmerzen bestehen,
  • das Auge stark gereizt ist (Rötung, Schwellung),
  • das Auge eitrig verklebt ist.

Tipps Naturheilkunde

  • Nach Entfernung des Fremdkörpers Auswaschen mit Calendula-Tinktur: 10 Tropfen Tinktur auf 0,2 l abgekochtes Wasser (Extrakte/Tinkturen von Arnika, Ringelblume (Calendula officinalis), Purpursonnenhuts (Echinacea purpurea, Zaubernuss (Hamamelis virginiana), Kamille (Chamomilla matricaria), wirken entzündungshemmend und  fördern die Wundheilung).
  • Augenbad mit Augentrost (Euphrasia).
  • Wenn Kalk in das Auge geraten ist, Olivenöl ins Auge tröpfeln.

Behandlung Schulmedizin

Der Arzt untersucht das Auge auf Verletzungen, Fremdkörper.

  • Entfernung des Fremdkörpers (Tropfanästhetikum)
  • Augenverband
  • Augensalbe, Tropfen
  • Antibiotika (Salbe, Tropfen) um einer bakteriellen Entzündung der Hornhaut vorzubeugen.
  • Bei Bedarf Tetanus-Auffrischung