Allergien

Die Aufgabe des Immunsystems besteht in der Abwehr von Krankheitserregern. Als Allergie wird eine überschiessende, unerwünschte Abwehrreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlos Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet. Im Körper wehren weisse Blutkörperchen, sogenannte die T-Helferzellen (Subgruppe der T-Lymphozyten. Sie sind für die Erkennung von Antigenen zuständig) eingedrungene Krankheitserreger ab. Entdecken T-Helferzellen einen Feind, benachrichtigen sie mit unterschiedlichen Signalstoffen weitere Abwehrzellen als Verstärkung. Der Typ 1 (TH1-Zellen), der auf die Abwehr von Bakterien, Viren oder Pilze spezialisiert ist, und der Typ 2, der Würmer bekämpfen soll. Beim gesunden Menschen ist die Zahl der TH1- und TH2-Zellen ausgeglichen. Nicht so bei Allergikern: Sie besitzen mehr TH2-Zellen. Diese setzen Signalstoffe frei, die im Immunsystem zur Bildung von Immunglobulin-E-Antikörpern führen. Diese bewirken, dass im Körper grosse Mengen des Botenstoffs Histamin abgegeben werden, der die Allergiesymptome auslöst.

Bei den Allergie auslösenden Allergenen handelt es sich um Eiweisse tierischer oder pflanzlicher Herkunft wie Blütenpollen, Milben, Schimmelpilze. Fremdstoffe, die als „fremd“ erkannt werden, regen den Organismus zur Bildung von Antikörpern an. Diese  setzen Histamine (Gewebshormone) frei, welche wiederum für örtliche oder allgemeine Entzündungssymptome verantwortlich sind.

Für die Entstehung einer Allergie sind die Menge und Sensibilisierungsvermögen eines Allergens (Antigen) von Bedeutung. Bei schwach sensibilisierenden Stoffen sind mehrere Kontakte notwendig, bei stark sensibilisierenden Stoffen hingegen reicht ein zweiter Kontakt aus, um heftigste Reaktionen auszulösen. Antigene bewirken, dass Antikörper, bzw. Immunglobuline gebildet werden. Diese Reaktion verläuft zunächst unbemerkt ab. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen werden durch die Antikörper Histamine freigesetzt, welche Entzündungsprozesse auslösen. Allergien können sich nach Jahren zurückbilden, vor allem, wenn der Kontakt zu den Allergenen vermieden wird.

Babys erhalten über die Nabelschnur, bzw. die Plazenta einen natürlichen Nestschutz. Das heisst, das Kind ist in den ersten 6 – 9 Monaten vor zahlreichen Infekten geschützt. Bei voll gestillten Kindern dauert dieser Schutz etwas länger an, da ihnen die Muttermilch weiterhin Immunstoffe „geliefert“ werden. Hat die Mutter auf natürlichem Weg Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten durchgemacht, wird das Kind in der Kleinkindzeit nicht daran erkranken. Bis zum Vorschulalter erkranken Kinder relativ häufig an Infektionskrankheiten. So dienen Kinderkrankheiten dem Körper zur Schulung und Bildung des Immunsystems.

Jeder dritte Erwachsene leidet heute unter einer oder mehreren Allergien. Bei Kindern gehören Allergien bereits zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Bereits Säuglinge zeigen erste Krankheitsbilder wie Milchschorf, Ekzeme, Neurodermitis, Nahrungsunverträglichkeiten (mit Durchfall), Krupphusten und Asthma.

Menschen, die zu Allergien neigen, nennt man Atopiker. Die Bereitschaft Allergien zu entwickeln ist angeboren. Drei von zehn Kindern entwickeln eine Allergie, wenn diese Kinder einen Elternteil oder ein Geschwister haben, der selbst an einer Allergie leidet; d.h. ein solches Kind hat ein Risiko von ca 30% eine Allergie zu entwickeln. Sind beide Elternteile Allergiker, steigt das Risiko für das Kind auf über 50%. Erkrankte ein Elternteil hingegen erst im Erwachsenenalter an einem schwachen Heuschnupfen, ist das Risiko für das Kind nur mässig erhöht.

Mit einer Allergie in Verbindung gebracht werden folgende Krankheiten:

  • Ekzeme, Neurodermitis, Nesselfieber
  • Juckreiz
  • Heuschnupfen(z.B. Entzündete und geschwollene Augenlider, entzündeter Hals, Atemnot, Niesen, Atemnot).Der Organismus versucht dann mit einer Ausschwemmung wie Fliesschnupfen, Niesen oder Auswurf die Fremdkörper (Pollen) abzusondern. Es ist eine Entgiftungsreaktion die man unterstützen sollte. Es kann ein beim Heuschnupfen ein sogenannter Etagenwechsel eintreten. Das bedeutet, dass die Allergie sich vom Nasen-Rachen-Raum in die Bronchien ausdehnt und es zu einem Asthma bronchiale kommt. Um diesen Etagenwechsel zu verhindern, sollte man den Heuschnupfen behandeln.
  • Asthma
  • Chronischer Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen, Magenschmerzen
  • Chronische Mittelohrentzündungen
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Ödeme/Wassereinlagerungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen, Magenschmerzen. Bei der Neurodermitis können Nahrungsmittelallergien z.B. eine wichtige Rolle spielen.
  • Chronische Mittelohrentzündung
  • Anaphylaktischer Schock (akute Atemnot, bis hin zu Herz-Kreislaufversagen).

Allergie-Ursachen

Die genauen Ursachen von Allergien sind noch nicht vollständig geklärt, es gibt jedoch unterschiedliche Auslöser.

  • Die Bereitschaft Allergien zu entwickeln ist angeboren(genetische Vererbung durch Eltern und Grosseltern).
  • Emotionale und körperliche Überforderung, Stress.
  • Körperfremde Eiweisse: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insekten (Bienen, Wespen), Schimmelpilze, Nahrungsmittel (Kuhmilch, Nüsse, verschiedene Getreide, Erdbeeren, Meeresfrüchte).
  • Kosmetika
  • Farbstoffe (z.B. in Nahrungsmittel), Metalle (Nickel, Chrom, Schwermetalle).
  • Medikamente
  • Zahnfüllstoffe (z.B. Amalgam mit seinen Schwermetallen).
  • Metalle (z.B. Nickel; Amalgam; usw.)
  • Holz- und Flammschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Weichmacher, Pilzmittel (z.B. Fungizide in Holzschutzmitteln, Pflanzenschutzmitteln), Antioxidationsmittel, Formaldehyd in Möbeln od. in Impfungen).
  • Antibiotika (auch über die Nahrung), es kommt dadurch zu einer Schädigung der Darmschleimhaut.
  • Änderung der Ernährungsgewohnheiten. „Natürliche Nahrungsmittel“ werden durch die Nahrungsmitteltechnologie und Fast-Food-Gewohnheiten zur Mangelwahre (Farbstoffe, Aromastoffe, Süssstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, usw.).
  • Einseitige Ernährung (Kohlenhydrate, Zucker und Fleisch an Stelle von Gemüse und Obst). Die Folgen auf den Darm und dessen Darmflora sind durch das vermehrte Auftreten von Mykosen (Pilzerkrankungen) wie z.B. Candida-albicans, chronischem Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden sichtbar.
  • Luftverschmutzung, Ozon-Belastungen.
  • Übertriebene Hygiene. Je höher die Hygiene, desto schwächer entwickelt ist das Immunsystem des Kindes. Eine Interessante These gibt es auch zum Thema Wurmbefall bei Kindern. Diese haben in den westlichen Industriestaaten kaum noch Kontakt zu Parasiten (verbesserte Hygiene, besserer Ernährungszustand, systematische Entwurmungskuren bei den Haus- und Nutztieren). In einer Leipziger Fallkontrollstudie an mehr als 4000 Kindern wurde festgestellt, dass Kinder nach Darmwürmerbefall weniger allergiegefährdet sind als wurmfreie Kinder. Wurmbefall reduzierte die Häufigkeit eines atopischen Ekzems zu entwickeln von 16 % auf 8 %. Eine Atopie ist eine vererbte Neigung über die Haut allergisch zu reagieren). Insgesamt wiesen die „Wurmkinder“ seltener IgE-Sensibilisierungen auf. Besonders ausgeprägt war die negative Korrelation zwischen früherem Parasitenbefall und Hausstaubmilbensensibilisierung.
  • Medikamentöse Behandlung von Infektionskrankheiten, d.h. eine „Übertherapie“ von Fieber mit fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika. Seit Kinderkrankheiten mit fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika behandelt werden ist die Allergieneigung bei Kindern gestiegen. Ganzheitlich denkende Homöopathen investieren heute sehr viel Zeit in aufklärende Gespräche. Was ist der Sinn von Fieber, von Ausscheidungsreaktionen über die Haut, Darm und Schleimhäuten? Was ist Sinn und Zweck von Kinderkrankheiten? Was können unterdrückende Behandlungen bewirken, mit welchen Folgen ist zu rechnen?
  • Aus Sicht der Homöopathie tragen Impfungeneinen wesentlichen Teil dazu bei, dass bei entsprechender Veranlagung Allergien ausgelöst werden können. Impfungen enthalten Fremdsubstanzen (Fremdproteine, Formaldehyd, Schwermetalle, Antibiotika, usw.) welche das noch nicht entwickelte Immunsystem des Kindes überfordern und als Nervengifte agieren. Mehrfachimpfungen und der viel zu frühe Zeitpunkt der Impfungen tun noch ihr übriges. Man weiss heute, dass ungeimpfte Kinder weniger an Infektionskrankheiten, weniger häufig an Allergien leiden und viel mildere Verlaufsformen bei Kinderkrankheiten haben als geimpfte Kinder.

siehe auch: Dossier Impfen (auf meiner Praxis-Webseite: www.homoeopathie-luzern.ch)

Häufige Allergieauslöser sind:

  • Milbenkot (Hausstauballergie).
  • Pollen (Gräser, Bäume, Sträucher, Getreide).
  • Nahrungsmittel (Milch, Erdnüsse, Erdbeeren, Karotten, Meeresfrüchte, Kiwis, Sellerie, Eiweiss, Weizen, Wein).
  • Schimmelpilze und deren Sporen.
  • Bienen- und Wespengift.
  • Medikamente: Schmerzmittel, Rheumamittel, Antibiotika, Penicillin.
  • Katzen-, Pferde-, und Hundehaare (bzw. bestimmte Proteine die den Haaren anhaften. Sie stammen vorwiegend aus dem Speichel, bzw. von den Hautschuppen der Tiere).
  • Nickel, Latex.

Allergieformen

  • Kontaktallergie: z.B. Nickel oder Kosmetika.
  • Nahrungsmittel:  z.B. Nüsse, Meeresfrüchte, Erdbeeren, Äpfel.
  • Insektengifte: z.B. Bienen, Wespen.
  • Arzneimittelallergie: z.B. Penicillin
  • Inhalationsallergie: z.B. Pollen, Tierhaare, Hausstaub, Schimmelpilze
  • Pseudoallergien: Während bei einer Allergie der Organismus Kontakt zu einem Allergie auslösenden Stoff haben musste, findet bei der Pseudoallergie nicht selten schon beim ersten Kontakt eine Sensibilisierung statt, z.B. als Reaktion auf bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten (z.B. Acetylsalicylsäure) oder Nahrungsmittel. Die allergischen Beschwerden entstehen bei letzteren durch gefässerweiternde Substanzen in der Nahrung (so z.B. häufig bei Käse, Wein oder Walnüssen). Manche Substanzen in Nahrungsmitteln können die Mastzellen zu einer (nichtallergischen und unspezifischen) Freisetzung von Histamin stimulieren.

Allergische Reaktionsformen

Je schneller die Beschwerden einsetzen, desto schwerer verläuft die allergische Reaktion. Am meisten gefürchtet ist der anaphylaktische Schock (Schwindel, Unruhe, Herzklopfen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Kältegefühl, Atemnot, Hautreaktionen, Blutdruckabfall, bis hin zum völligen Kreislaufversagen). Symptome treten bei einer Allergie solange auf, wie Allergene im Organismus vorhanden sind.
Die möglichen Komplikationen richten sich nach dem Reaktionstyp, dieser bestimmt auch das zeitliche Auftreten der Symptome. Sie können entweder als Sofortreaktion oder erst nach Stunden (verzögerte Soforttypreaktion) oder Tagen (Spätreaktion) auftreten. Grundsätzlich können allergische Reaktionen sowohl zu örtlich begrenzten, als auch zu generalisierten Beschwerden führen. Lokale Beschwerden äussern sich im Allgemeinen dort, wo der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat, z.B. Schleimhäuten der Atemwege (Niesen, Schnupfen, Atemnot), Schleimhäuten des Magen-Darm-Trakts (Erbrechen, Durchfall) oder an der Haut (Nesselsucht, Ekzeme).
Innerhalb der Allergien ist die Typ-I-Reaktion am häufigsten vertreten. Man nimmt an, dass etwa 20 Prozent aller Allergiker unter dieser Allergieform leiden, meist in Form von Heuschnupfen.

  • Soforttyp-Allergien (Typ I), durch Allergenkontakt werden IgE-Antikörper gebildet, diese bilden sich an Mastzellen (bestimmte Zellen des Immunsystems). Dadurch kommt es zur Freisetzung von Entzündungsstoffen wie Histamine.
    Die Symptome treten innert Sekunden bis Minuten auf, unter Umständen kommt es erst nach Stunden zu einer weiteren Reaktion (verzögerte Soforttypreaktion). In der Regel sind Haut und Schleimhäute betroffen: Heuschnupfen, allergisches Asthma bronchiale, Nahrungsmittelallergien, Nesselfieber, Insektengiftallergie. Bei einigen Menschen liegt eine genetisch verankerte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktion vor, man spricht von einer Atopie. Zu den atopischen Erkrankungen zählt zum Beispiel die Neurodermitis (Atopische Dermatitis).
  • Typ II-Allergien (Zytotoxischer Typ)
    Hier jedoch IgG- beziehungsweise IgM-Antikörper beteiligt. Bei der Allergie vom Typ II bildet das Immunsystem diese Antikörper gegen Allergene auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben. Die Folgen der allergischen Reaktion treten innerhalb von Minuten bis etwa zwölf Stunden ein und betreffen nur die Zellen beziehungsweise Gewebe, welche die entsprechenden Allergene auf ihrer Oberfläche tragen. Die Typ II-Allergie ist eine sehr seltene Form der Allergie, bei der Zellen des Blutes geschädigt werden können. Auslöser können Medikamente sein. Ein Beispiel für eine Typ-II-Reaktion ist die Zerstörung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) nach einer Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe. Typ-II-Reaktionen liegen auch einigen Autoimmunerkrankungen sowie der Abstossung von Organtransplantaten zu Grunde.
  • Typ III-Allergien (Immunkomplextyp)
    IgG- und IgM-Antikörper sind daran beteiligt sind. Eine allergische Reaktion vom Typ III tritt nach etwa sechs bis zwölf Stunden ein. Beispiele für die Typ III-Allergie: Die häufigste Form ist die Medikamenten-Allergie. An der Haut zeigt sich dies in Form eines Hautausschlages (Exanthem), meist als kleine punktförmige Hautrötungen, teilweise mit Einblutungen und Schädigungen der obersten Hautschicht sowie Juckreiz.
  • Spättyp-Allergien (Typ IV)
    Ein weiterer Unterschied zu den anderen Reaktionstypen besteht darin, dass die Typ-IV-Reaktion verzögert abläuft, das heisst frühestens nach zwölf Stunden auftritt. Es können aber auch bis zu drei Tage (72 Stunden) vergehen, bis eine Reaktion sichtbar wird. Dieser Typ wird nicht durch Antikörper, sondern durch T-Lymphozyten (T-Zellen, eine Untergruppe der weissen Blutkörperchen) vermittelt. Über die Aktivierung dieser T-Zellen werden weitere Abwehrzellen angelockt und aktiviert. Als Folge davon entsteht z.B. das Kontaktekzem (z.B. durch Chrom, Nickelverbindungen).

Symptome

Die möglichen Komplikationen einer Allergie richten sich nach dem Reaktionstyp. Die Symptome können entweder als Sofortreaktion oder Spätreaktion nach Stunden, Tagen auftreten.
Allergische Reaktionen können zu örtlichen, als auch zu generalisierten Beschwerden führen. Viele Symptome sind tages- und nachtzeitlichen Schwankungen unterworfen und sind von der Intensität unterschiedlich. Diese Symptome, ihre Intensität,  sind wichtige Hinweise auf ein mögliches homöopathisches Akutmittel. Deshalb sind ihre Beobachtungen für die homöopathische Arzneimittelwahl entscheidend.

  • Lokale Beschwerden äussern sich im Allgemeinen dort, wo der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat,  z.B. an den Schleimhäuten (Augen, Atemwege, Magendarmtrakt), sie sind verbunden mit Augenjucken, Schwellung der Augenlider, Niesen, Jucken im Gaumen, Ohren, Schnupfen, wunde Nasenlöcher, verstopfte Nase, Halskratzen, Hustenreiz, Durchfall, Erbrechen). An der Haut äussern sie sich mit Nesselsucht oder Hautausschlägen (Ekzeme, Neurodermitis).
  • Allgemeines Müdigkeitsgefühl, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Fieber können die Beschwerden begleiten. Allgemeine Symptome können über den Blutweg am ganzen Körper auftreten. Betroffen ist das Herz-Kreislaufsystem. Es kommt zur beschleunigten Herzfrequenz, der Blutdruck fällt ab. Am meisten gefürchtet ist der anaphylaktische Schock mit Schwindel, Unruhe, Herzklopfen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Kältegefühl, Atemnot, Hautreaktionen, Blutdruckabfall, bis hin zum völligem Kreislaufversagen. In diesem Fall sollte bis zum Eintreffen des Notarztes sollte eine Schocklagerung gemacht werden (Beine flach), evtl. Oberkörper hoch lagern. Körper warm halten. Person beruhigen.

Klassische Homöopathie

Man vermutet, dass die steigende Luftverschmutzung, die Zunahme chemischer Stoffe in unserer Umwelt  und übertriebene Hygiene eine Rolle spielen. Je höher diese sind, desto schwächer entwickelt ist das Immunsystem! Eine Interessante These gibt es dabei auch zum Thema Wurmbefall bei Kindern. Diese haben in den westlichen Industriestaaten  kaum noch Kontakt zu Parasiten (verbesserte Hygiene, besserer Ernährungszustand, systematische Entwurmungskuren bei den Haus- und Nutztieren, usw.).  In einer Leipziger Fallkontrollstudie an mehr als 4000 Kindern wurde festgestellt, dass Kinder die schon einmal Darmwürmer hatten, weniger allergiegefährdet sind als wurmfreie Kinder. Wurmbefall reduzierte die Häufigkeit eines (meist atopischen = ererbte Veranlagung) Ekzems von 16 % auf 8 %. Insgesamt wiesen die Wurmkinder seltener IgE-Sensibilisierungen auf. Besonders ausgeprägt war die negative Korrelation zwischen früherem Parasitenbefall und Hausstaubmilbensensibilisierung. Aus Sicht der Homöopathie tragen Impfungen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass Allergien bei entsprechender Veranlagung heutzutage immer früher und heftiger auftreten. Bis zum 2. Lebensjahr hat heute ein Kind eine gaballte Ladung von Impfungen mit Fremdsubstanzen (Fremdproteine; Gifte wie: Formaldehyd, Aluminiumverbindungen, Quecksilber; Antibiotika, usw. ) erhalten. Durch das frühe Impfen wird das kindliche Immunsystem (welches noch in der Aufbauphase ist) überfordert (Mehrfachimpfungen!). Man weiss heute, dass ungeimpfte Kinder viel weniger an Infektionskrankheiten leiden, weniger häufig an Allergien leiden und viel mildere Verlaufsformen bei Kinderkrankheiten haben als geimpfte Kinder.
Aus homöopathischer Sicht gibt es keine Überempfindlichkeit, sondern nur eine Fehl-Empfindlichkeit. Sie sieht die Ursache nicht in Pollen, Katzenhaaren, usw., sie sind nur Auslöser für ein „verrückt spielendes“ Immunsystem. Ziel der Behandlung ist es deshalb, dass der Körper wieder angemessen auf Reize von aussen reagieren kann. Es wird deshalb nie „örtlich“, sondern durch potenzierte, das heisst dynamisierte und verdünnte Arzneimittel. Homöopathische Mittel stabilisieren den Organismus soweit, dass er seine Überempfindlichkeit gegenüber den auslösenden Stoffen verliert. Häufig ist die grosse Empfindlichkeit nicht nur auf der körperlichen Ebene zu finden. Menschen, die unter Allergien leiden sind in der Regel auch auf der seelischen Ebene empfindlicher als andere, nehmen sich Dinge mehr zu Herzen.
In homöopathischen Praxen kann man oft beobachten, dass desensibilisierte/hyposensibilisierte Patienten teilweise Linderung erfahren, gegen einzelne Allergene unempfindlicher werden, die Allergiekrankheit jedoch anhält. Sie meldet sich oft gar in noch heftigerer und unangenehmerer Weise. Das heisst, die saisonale Pollenallergie geht beispielsweise in eine Hausstauballergie mit Asthma, Lebensmittelallergien über. Man spricht dann von einem „Etagenwechsel“. Die Krankheit verlagert sich dabei in tiefere Organsysteme.

Homöopathische Behandlung

Allergien können akut oder chronisch behandelt werden, sie sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet. Es kommt dabei unweigerlich zu Unterdrückungen von Symptomen. Die Krankheit wird dadurch chronifiziert.
siehe auch: Heuschnupfen, Asthma, Milchschorf, Ohrenschmerzen, Windel-Ausschlag, Neurodermitis

In der Homöopathie wird ein „ähnliches Arzneimittel“ gewählt, um eine ähnliche Krankheit zu heilen. Für eine homöopathische Verschreibung werden deshalb alle Symptome des Krankheitszustandes berücksichtigt (Körper, Geist und Gemüt), das heisst es wird individualisiert. Verschreibt man nur auf lokale Symptome, wie z.B. Tränen der Augen, oder Jucken der Nase, so kann man genauso gut wie mit anderen schulmedizinischen oder naturheilkundlichen Arzneimitteln Symptome unterdrücken. Die Folge davon ist, die Krankheit wird chronisch. Je nachdem, ob akute Symptome oder chronische Symptome im Vordergrund stehen, wird behandelt.

Akutbehandlung

Während der Pollenflugsaison bringen homöopathische Arzneimittel innert Stunden eine enorme Erleichterung, ja Beschwerdefreiheit ohne störende Nebenwirkungen, z.B. Müdigkeit. Die Erfahrung zeigt, je mehr gute Symptome vorhanden sind, umso nachhaltiger ist die Wirkung des homöopathischen Arzneimittels. Deshalb ist es von Vorteil, wenn möglichst wenig unterdrückende Behandlungen mit Cortison, Antihistaminika, homöopathische Komplexmitteln oder Bioresonanz gemacht wurden. Später erfolgt dann während der allergenfreien Zeit, z.B. im Spätherbst und Winter eine Konstitutionsbehandlung um die Alllergie-Disposition zu beruhigen.  

  • Komplexmittel-Homöopathie: Eine Behandlung mit homöopathischen Komplexmitteln lehne ich ab. Damit werden Symptome wie Augentränen, gerötete Augen Fliessschnupfen evtl. etwas gelindert, die Krankheits-Ursache wird dadurch aber nicht behoben. Der Praxisalltag zeigt, dass solche Patienten von Jahr zu Jahr mehr leiden, dass ein Etagenwechsel stattfindet. Die Allergiekrankheit wird chronifiziert und die Arbeit für mich wird schwieriger, weil gute Symptome zu Beginn meiner Behandlung schlecht zu finden sind. Meist handelt es sich um sogenannte Arzneimittelsymptome.

siehe auch „36 Fragen und Antworten„: Komplexmittel (auf meiner Praxis-Webseite: www.homoeopathie-luzern.ch)

Chronische Behandlung (Konstitutionsbehandlung)

  • Bei einer Konstitutionsbehandlungwerden miasmatische Symptome, psychische Faktoren, Stress, Umweltgifte Lebensumstände, unterdrückende Behandlungen und Impfungen zur Arzneimittelwahl miteinbezogen. Deshalb wird eine sehr umfassende Anamnese gemacht. Die Arzneimittelgaben müssen dem Allgemeinzustand des Patienten angepasst werden und die Arzneimittelfolgen nach miasmatischen Überlegungen aufeinander abgestimmt werden. Bei Asthma, Neurodermitis sind eine engmaschige Betreuung und eine gute Zusammenarbeit mit dem Patienten notwendig.

Tipps

  • Das Rauchen der Mutter erhöht das kindliche Risiko für allergische Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma.
  • Babys in den ersten 4 bis 6 Monaten voll stillen.
  • Bei familiärer Allergieneigung hypoallergene Spezialmilch verwenden.
  • Bei Säuglingen mit erhöhtem Allergierisiko in den ersten 4-6 Monaten HA-Milch verwenden (hypoallergene Milch). Kinder, die im ersten Lebensjahr Rohmilch bekommen,  erkranken seltener an Heuschnupfen oder Asthma (die Milch sollte abgekocht werden).
  • Beikost erst ab 5-6 Monaten.
  • Im ersten Lebensjahr bestimmte Lebensmittel mit erhöhtem Allergierisiko meiden, z.B. Hühnerei, Fisch und Nüsse. In der Woche nur ein neues Nahrungsmittel einführen. Nach dem ersten Lebensjahr, können diese Nahrungsmittel schrittweise gegeben werden.
  • Viel trinken
  • Gesicht mit kühlem Wasser waschen, Nase mit lauwarmem, leicht salzhaltigem Wasser durchzuspülen. Am einfachsten giessen Sie etwas Wasser in die hohle Hand und schniefen es durch die Nase hoch.
  • Übertriebene Hygiene fördert Allergien. „Bauernhof-Bakterien“ und Kontakt mit Tieren trainieren das Immunsystem bei Kindern.
  • Bei Heuschnupfen: Getragene Kleider abends aus dem Schlafzimmer entfernen, Haare vor dem Schlafengehen waschen. Kleider während der Pollensaison nicht draussen trocknen lassen.
  • Bei allergischem Asthma: Milbendichte Matratzenbezüge verwenden. Teppiche, Vorhänge bei einer Hausstauballergie zumindest aus dem Schlafbereich entfernen.
  • Während der Pollensaison nicht im Garten arbeiten und bei einer Allergie auf Gräser nicht den Rasen mähen. Während auf dem Land die höchsten Konzentrationen am Morgen gemessen wurden, zeigten sich in den Stadtzentren Spitzenwerte abends zwischen 18.00 und 24.00 Uhr.
  • Staubsauger mit Mikrofiltersystem verwenden.
  • Im Auto Pollenfilter einbauen lassen, ansonsten ist es besser die Lüftung ganz zu schliessen.
  • Der Pollenflug ist abhängig vom Wetter, Regen bindet Pollen.
  • Finden Sie heraus, welche Speisen und Getränke Ihre Allergie verschlechtern. Meiden Sie auf jeden Fall Nahrungsmittel, auf die eine Kreuzallergie besteht. Wer beispielsweise auf Erlen- und Birkenpollen reagiert, allergisch ist, kann unter anderem auch auf Äpfel, Kirschen oder Pfirsiche allergisch reagieren.
  • Als Pollenallergiker sollten Sie während der Pollensaison mit Honig und Kräutertees, die oftmals pollenhaltige Blütenteile enthalten, vorsichtig umgehen.
  • Magnesium hemmt überschüssige Histaminproduktion. Achten Sie auf Magnesium Reiche Kost (gedörrte Bananen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen).
  • Vitamin C stärkt das Immunsystem und bindet Histamine (Paprika, Brokkoli, Orangen, Hagenbuttentee, Sanddorn).
  • Vitamin B 6 setzt die Erregbarkeit der motorischen und vegetativen Nerven herab.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Apfelessig mildert juckende Augen, Kopfschmerzen, Tränenfluss, Hautrötungen. Ausserdem führt er dem Organismus wichtige Vitamine und Mineralstoffe zu.
  • Abhärtung durch Ganzkörperwaschungen und Wassertreten stimuliert die Abwehrkräfte.
  • Wechselduschen am Morgen fördern die eigene Cortisonausscheidung.
  • Brennende, juckende Augen lassen sich mit Auflagen mit lauwarmem Milchwasser oder Schwarzteebeutel beruhigen.
  • Nase mit Olivenöl einreiben (die Pollen können so weniger über die Nasenschleimhaut aufgenommen werden).
  • Bei Niesattacken Salzwasserinhalationen machen.

Ernährung

  • Wenn Eltern oder Geschwister an Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden, sollte man einem Baby zumindest während der ersten 9 Monate keine Kuhmilch geben. Man vermutet, dass durch das Homogenisieren der Milch die dabei freigelegten tierischen Eiweisse den Darm leichter passieren können und dadurch das kindliche Immunsystem überfordern. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kinder, die im ersten Jahr rohe Kuhmilch trinken, bedeutend seltener an Allergien erkranken. Wegen möglicher Keime sollte Kuhmilch jedoch vor dem Trinken abgekocht werden.
  • Mögliche Allergie-Auslöser im ersten Lebensjahr meiden (Nüsse, Fisch, Soja, Hühnerei).
  • Achten Sie auf eine Vitamin- und Mineralstoffreiche Ernährung. Obst und Gemüse aus der Region ist in der Regel besser verträglich. Durch Hybridzüchtungen sind neue Getreide- Gemüse- und Obstsorten oft schlechter verträglich als alte Sorten. Dies betrifft v.a. die Karotte.
  • Bei Kreuzallergien verändert das Kochen von Obst die Eiweisse. Deshalb löst eingemachtes Obst normalerweise keine Reaktion aus.
  • Honig aus der Region berücksichtigen. Er enthält mit hoher Wahrscheinlichkeit die gleichen Pollen, die dem Allergiker Probleme machen. Wobei jedoch unterschieden werden muss zwischen Blütenhonig, Waldhonig. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Imker. Während der Heuschnupfensaison sollte Sie jedoch vorsichtig sein mit Honig, er kann die Symptome verstärken.
  • Pflanzenspritzmittel wirken nicht nur auf die Pflanzen, über die Futteraufnahme wirken sie auch auf die Tiere und somit auch auf den Menschen (Milch, Fleisch).
  • Künstliche Farbstoffe, Aromastoffe, Süssstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, gentechnologisch hergestellte Nahrungsmittel, werden„natürliche Nahrungsmittel zur Mangelwahre. Die Auswirkungen werden leider völlig unterschätzt.
  • Histaminhaltige Lebensmittel einschränken, z.B. Schweinefleisch, Meeresfrüchte, usw.).
  • Zuckerkonsum (Süssgetränke, usw.) einschränken.
  • „Schleimbildende Lebensmittel“ wie Bananen, Milch während akuter Heuschnupfensymptome, Asthma  meiden.

Schulmedizinische Behandlung

Es wird empfohlen, den Kontakt mit den auslösenden Substanzen zu meiden. Das heisst z.B. Nahrungsumstellung, keine Fertigprodukte verwenden (Konservierungsstoffe, Farbstoffe, usw.),  hypoallergene Säuglingsnahrung, Haussanierung (kein Teppich; Allergiker-Matratze, Deckbetten, keine Vorhänge).

Desensibilisierungen (Hyposensibilisierung)

  • Unter einer Hyposensibilisierung versteht man eine spezielle Therapie, mit deren Hilfe dem Körper eine allergische Reaktion abtrainiert wird. Dies geschieht durch Gaben eines hochverdünnten Allergens auf das der Patient allergisch reagiert. Das Medikament wird in der Regel in wöchentlichen Gaben mit langsam steigender Konzentration unter die Haut gespritzt. Mit der Sensibilisierung wird versucht eine Krankheit mit dem gleichen Stoff zu heilen, welche sie verursacht hat (= Isopathie). Die Hyposensibilisierung ist ein aufwendiger Prozess, der mehrere Jahre dauern kann.

In homöopathischen Praxen kann man oft beobachten, dass desensibilisierte Patienten teilweise Linderung erfahren, gegen einzelne Allergene unempfindlicher werden, die Allergiekrankheit jedoch anhält. Sie meldet sich oft gar in noch heftigerer und unangenehmerer Weise. Das heisst, die saisonale Pollenallergie geht beispielsweise in eine Hausstauballergie mit Asthma oder in eine Lebensmittelallergie über. Man spricht dann von einem „Etagenwechsel“. Die Krankheit verlagert sich dabei in tiefere Organsysteme.

Medikamente

Es steht eine Vielzahl von Medikamenten gegen Allergien zur Verfügung (Augentropfen, Nasensprays, Inhaliersprays, Salben, Tabletten, Zäpfchen, Spritzen). Bei der medikamentösen Behandlung wird durch Antihistaminika und Kortisone die Allergie unterdrückt, so dass die Symptome schwächer oder gar nicht auftreten. Im Gegensatz zur Homöopathie ist die Therapie nie abgeschlossen, sondern muss solange die Symptome auftreten weiter geführt werden (saisonal, oder das ganze Leben lang).

  • Antihistaminika wirken dem Histamin entgegen. Sie lindern die Symptome der Allergie. Antihistaminika stabilisieren die Mastzellen, die während einer allergischen Reaktion das Histamin ausschütten, und hemmen so die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen ins Gewebe. Das führt in erster Linie zum Abschwellen der Nasenschleimhäute, darüber hinaus tritt eine antientzündliche Wirkung ein. Als Nebenwirkung kann es zu örtlichen Hautausschlägen kommen, Müdigkeit auftreten, zu Sehstörungen, Mundtrockenheit und Übelkeit kommen.
  • Kortison in Form von Nasensprays, Tabletten, Zäpfchen, Injektion, Salben. Als Nebenwirkung kann es zu Pilzinfektionen kommen. Durch Langzeitanwendungen kann es zur Schwächung des Immunsystems, Osteoporose (Knochenschwund), Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, Diabetes, erhöhten Augendruck, Magengeschwüren, Verdünnung der Haut kommen.