Ängste

Siehe auch: Prüfungsängste; Schlafprobleme

Angst sicherte in der Frühzeit der Menschen das Überleben. Damals war es notwendig auf drohende Gefahren oder Angriffe blitzschnell zu reagieren.

Sich als Eltern Sorgen zu machen ist normal. Kinder müssen aber nicht in „Watte gepackt“ werden, sie dürfen Risiken eingehen, z.B. die Leiter hochklettern, auf einer Mauer balancieren um Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu erlangen. Deshalb sind auch Regeln und Verbote notwendig, sie sollten Kindern aber erklärt werden. Denn erst ab zehn Jahren entwickeln sie ein stabiles eigenes Gefahrenbewusstsein.

Kinderängste sind Bestandteil einer normalen seelischen Entwicklung. Empfindliche Kinder sind jedoch durch geringe Erlebnisse, Eindrücke beeinflussbar, sie fühlen sich schnell überfordert und reagieren so schneller mit Ängsten.

Angstzustände bei Kindern werden häufig nicht als solche erkannt weil sie sie nicht verbal ausdrücken können. Ängste sind für Kinder aber immer sehr real, auch wenn sie für Erwachsene vielleicht harmlos erscheinen. Das Monster im Schrank macht genauso viel Angst wie der grosse schwarze Hund vor dem Geschäft, das rabiate Kind im Kindergarten oder Angst vor Dingen und Örtlichkeiten (Tieren, Höhe, Tunnels, Brücken, usw.) oder soziale Ängste (z.B. Misserfolg, Ablehnung, Kritik, Autoritäten, Alleinsein, usw.) können das Kind aus dem Gleichgewicht bringen. Ängste werden stärker, wenn das Kind dafür bestraft, verspottet oder wenn es dafür übermässig viel Zuwendung erfährt.

Ängste sind ein Teil der normalen kindlichen Entwicklung

  • Fremdeln im Säuglingsalter, meist zwischen dem 4. bis 8. Lebensmonat.
  • Im ersten Jahr sind z.B. laute Geräusche, das Gefühl zu fallen, Blitze, Donner, Wassergeräusche, dunkle Farben angeborene Reize für Angstreaktionen. Als lebenserhaltende Reaktion wendet das Kind das Gesicht ab, schreit und klammert sich an die Mutter.
  • Trennungs-,  und Verlustangst werden besonders stark im Dunkeln und beim Alleinsein. Die Kinder haben Schwierigkeiten einzuschlafen, haben Schlafstörungen oder nächtliche Angstattacken (Pavor nocturnus).
  • Das „magische Alter“ ab drei Jahren ist die Zeit, wo sich die Kleinen vor Einbrechern, Tieren, bösen Menschen, Figuren aus Büchern od. Filmen, Gespenstern, Hexen und bösen Träumen fürchten. Sie glauben ganz fest, dass sich jemand im Keller, im Kleiderschrank oder unter dem Bett versteckt. Ein Kleidungsstück über dem Stuhl wird nachts in seiner Vorstellung auf einmal zum Monster oder zum bösen Wolf. Die Gefühle können von Minute zu Minute wechseln. Ganz mutig sagt das Kind: „Keine Angst“,  aber sein Gesicht sagt etwas anderes.
  • Es treten jauch soziale Ängste auf, z.B. Angst keinen Freund/Freunde zu finden, Angst vor grossen Kindern, Angst zu versagen, Angst die Zuneigung der Eltern zu verlieren, Angst vor Strafe. Angst vor Liebesverlust tritt häufig auf, wenn das Kind ein Geschwister bekommt. Angst vor dem Zusammensein mit fremden Personen, Gleichaltrigen, vor Lehrern, gerügt zu werden, Angst ausgelacht zu werden.
  • Kindergarten- und Schulangst beruht teilweise auf wiederbelebter Trennungsangst von geliebten Personen und vertrauter Umgebung.
  • Nachtängste äussern sich durch nächtliches Aufschrecken, Wimmern, Schreien. Die Kinder sind stark verängstigt, die Angst steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie atmen beschleunigt und das Herz rast. Wild gestikulierend reagieren sich nicht mal auf die Zuwendung der Eltern. Nachtängste treten immer im ersten Drittel der Nacht vor Mitternacht aus dem Tiefschlaf heraus auf (im Gegensatz zu den Alpträumen die gegen Morgen auftreten). Nach 5-10 Min. beruhigen sich die Kinder wieder. Am Morgen fehlt die Erinnerung daran. Die Reaktionen auf die Angst sind abhängig von der Konstitution und vom Temperament des Kindes. Nonverbale Äusserungen der Angst sind z.B. Schlafstörungen, Klammern, panikartiges Weinen, Verstummen, Rückzug, Essstörungen, Wut oder Apathie, aggressivem Verhalten aber auch körperliche Symptome wie  Einnässen, Einkoten, Asthma, Infektneigung, Migräne, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, nervöses Erbrechen, usw.
  • Alpträume durch traumatische Ereignisse, Überforderung oder Beziehungsproblemen in der Familie. Alpträume treten manchmal auch im oder nach Fieber auf. Typisch ist, dass die Kinder gegen Morgen, wenn der Schlaf nicht mehr so tief ist von den Träumen geplagt werden. Treten Alpträume gehäuft auf, sind sie oft auch mit Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen verbunden. In der Regel nehmen die Alpträume mit zunehmendem Alter ab.

Ursachen

Angst unterliegt vielen individuellen Einflüssen. Diese Einflüsse entscheiden letztendlich ob ein Mensch eher selbstbewusst, oder eher ängstlich durchs Leben geht.

  • Schulisch: Misserfolg, Klassen- oder Schulwechsel, überforderndes oder abwertendes Lehrerverhalten, missgünstige Klassenkameraden, Mobbing.
  • Familiär: Gestörtes Eltern-Kind-Verhältnis, Streit im Elternhaus, Trennungen oder Scheidung der Eltern, Verunsicherung betreffend der eigenen Stellung in der Familie, Krankheit oder Verlust von Angehörigen, Geschwisterrivalität.
  • Individuelle Eigenschaften: Teilleistungsschwächen (Lernstörungen), Labilität, depressive Zustände, ängstliche Persönlichkeit
  • Angst als erlernte Reaktion.
  • Erziehungsfehler (Überbehüten, Entmutigung). Oft liegt der Überbehütung der Kinder die Angst der Eltern zugrunde. Die Eltern haben häufig ebenfalls ängstliche Eltern gehabt. Kinder spüren instinktiv, ob die übertriebene Fürsorge ehrliche Zuneigung ist. Sie reagieren sonst mit Unsicherheit und Angst, denn eine Welt, die so gefährlich ist, dass man dauernd vor ihr behütet werden muss, ruft Angst hervor. Das Phänomen der Entmutigung folgt ähnlichen Mechanismen.
  • Mangelndes Selbstvertrauen. Menschen, die nur ein schwaches Selbstvertrauen haben reagieren in vielen Situationen ängstlich.
  • Angst als erlernte Reaktion. Wird das Grundbedürfnis nach Zuwendung von den Eltern häufig mit Abweisung beantwortet, lernt das Kind seine Gefühle zu verbergen. Ob daraus Angstzustände entstehen, liegt an der Persönlichkeit des Kindes und an der Verarbeitung der gemachten Erfahrungen. Im ungünstigsten Fall wird es auch später als erwachsener Mensch ängstlich auf gefühlsbetonte Situationen reagieren.
  • Angst durch negatives Denken. Negative Erwartungen erfüllen sich fast unwillkürlich.
  • Angst durch Konflikte, Probleme, Schock.
  • Angst durch Überforderung. Ein sehr strenger Erziehungsstil und zu hohe Ansprüche rufen Versagensängste und Schuldgefühle hervor. Es kann nicht erkennen, dass es keine Schuld hat wenn es diesen Anforderungen nicht genügen kann.
  • Angst durch Stress.
  • Angst bei Zwangserkrankungen.
  • Angst bei körperlichen Erkrankungen.

Faktoren, welche Angststörungen verschlimmern

  • Belastende Ereignisse (für das Kind; innerhalb der Familie). Belastungen in der Vorgeschichte führen zu Überforderung (wechselnder Betreuung, Trennung/Scheidung der Eltern, usw.).
  • Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie.
  • Umgang der Eltern mit der Angst (überängstlich, beschützend, unsicher, Vater passiv, überfordernd).
  • Unsichere Bindung.
  • Mangelnde Einbindung ins Umfeld.
  • Reizüberflutung
  • Existenzangst

Symptome

  • Körperliche Symptome: Augenflimmern, Mundtrockenheit, Kloss im Hals, Würgegefühl, Ohrensausen, Ohrgeräusche, Migräne, Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Blässe, Schwindel, Benommenheit, Schwäche, Beklemmungsgefühle, Ohnmacht,  Schwitzen, Frieren, feuchte Hände, beschleunigter Herzschlag und Atem, Asthma, Stechen in der Brust, Herzrhythmusstörungen, Klopfen in den Gefässen (Schläfen, Hals), Hyperventilieren, weiche Knie, verspannte Muskeln, Zittern, Kreislaufprobleme, Kribbeln, Ein- und Durchschlafprobleme, Alpträume, empfindlicher Magen. Druck und Schmerzen vor bzw. nach den Mahlzeiten bis hin zu Magen- und Darmkrämpfen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Infektanfälligkeit, Blutdruckprobleme, Hormonstörungen.
    Achtung: Verschiedene Krankheitssymptome können mit einem Angstzustand zusammenhängen, es kann sich aber auch um ein anderes Krankheitsbild handeln. Es bedarf daher immer einer genauen medizinischen Abklärung.
  • Ängstliche Anspannung, Unfähigkeit sich zu entspannen, Nervosität
  • Reizbarkeit, Überdrehtheit, Schreckhaftigkeit
  • Unruhe. Durch Angst erzeugte innere Anspannung führt zu dauernder Unruhe, die begleitet werden kann durch schlechten Schlaf, häufiges Aufwachen und Angstträume. Durch die nervliche Anspannung, schlechter Schlaf kommt es auch zu Einbrüchen in der Leistungsfähigkeit. Die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit wird eingeschränkt.
  • Vermeidung von bestimmten Situationen.
  • Depression. Da sich dieses Unbehagen auf das gesamte Lebensgefühl auswirkt, treten häufig neben der Angst depressive Verstimmungen, Pessimismus, Melancholie und Niedergeschlagenheit auf. Die Betroffenen reagieren gereizt, übersteigert. Die Reaktionen können z. B. sein Wut, Weinkrämpfe oder auch scheinbar unerklärliche Zornausbrüche. Angst kann zur „Erstarrung“ führen.
  • Furcht vor anderen Menschen (Angst sich lächerlich zu machen, zu versagen, falsch zu handeln, usw.).
  • Ständige Ängstlichkeit, Sorgenbereitschaft, Befürchtungen jeglicher Art ohne ausreichenden Grund.

Behandlung klassische Homöopathie

Ängste sind Ausdruck der ungelebten Möglichkeiten. Besonders ausgeprägt ist bei Kindern die Angst Bezugspersonen zu verlieren. Die Angst sichert gewissermassen die Bindung zu den Eltern, damit diese sich um das Kind kümmern müssen.

Kinder halten ihre Eltern für ungeheuer mächtig. Eltern können daher ihr Kind bei der Angstverarbeitung unterstützen. Ein ängstliches Kind braucht Bestätigung, Nähe und Liebe, Vertrauen, das Selbstbewusstsein darf so wachsen. Ist das Kind z.B. durch einen Angsttraum erwacht, kann man ihm versprechen, dass man am nächsten Morgen mit ihm darüber sprechen wird. Wenn das Kind Angst vor der Dunkelheit hat, hilft vielleicht eine Taschenlampe neben dem Bett. Man sollte aber aufpassen, dass man nicht allen Wünschen nachkommt (z.B. regelmässiges Sitzen am Bett, nur Einschlafen im Elternbett, usw.). Das Kind darf zwar die Nähe der Eltern suchen, aber es muss sich auch an sein Zimmer, an sein eigenes Bett gewöhnen und lernen, dass es den Eltern vertrauen kann. So kann man vereinbaren, dass man im Nebenzimmer liest, oder dass die Türe offen ist, dass im Gang ein Licht an ist. Zeigt man dem Kind z.B. wie es etwas selber lösen kann (z.B. vom Baum wieder runterklettern), dann ist dies ein positives Erlebnis. Es kommt so besser mit seiner Angst klar, als wenn man es darin bestärkt, dass es  dies ja eh nicht kann.

In der Homöopathie unterscheiden wir Angst von Furcht. Nicht umsonst gibt es auch in der Umgangssprache zwei Begriffe. Die Angst bezieht sich auf abstrakte Ursachen wie Angst vor Gespenstern, Monstern, schulischem Versagen, Trennung der Eltern. Furcht hingegen bezieht sich auf eine konkrete Angst vor etwas, z.B. vor dem bösen Nachbarshund, vor Donner. Phobische Ängste sind der Ausdruck für nicht gelöste Ängste.

Es ist es immer wichtig, die Causa (Ursache) zu erforschen. Eine Causa kann helfen, die homöopathische Arzneiwahl einzugrenzen. Sind die Ängste seit einer bestimmten Zeit aufgetreten, oder haben sie sich ab einem gewissen Zeitpunkt verstärkt? Hat die Mutter in der Schwangerschaft einen Schock erlitten, oder hat sie Angst gehabt dem Kind könnte während der Geburt etwas passieren, dann kann dies die Ursache dafür sein, dass das Kind z.B. mit Schlafstörungen Durchschlafstörungen reagiert. Es zeigt sich immer wieder, dass eine homöopathische Behandlung auf den damaligen Zustand der Mutter, dem Kind unglaublich helfen kann. Vielleicht sind aber erzieherische Probleme die Ursache (unterdrückender Erziehungsstil, Desinteresse, Vernachlässigung). Selbst überbehütete Kinder können Ängste und ein mangelndes Selbstwertgefühl entwickeln.

Ich schaue immer darauf, was das Kind im Moment belastet, ob es familiäre Probleme gibt, oder ob im Umfeld geschaut werden muss (Schule). Solche Dinge verschlechtern und unterhalten Ängste. Hinter einem starken Kontrollbedürfnis steckt vielleicht eine Trennungsangst weil der Vater die Familie verlassen hat, und nicht das Schlafproblem.

Für die homöopathische Behandlung ist es wichtig nach körperlichen Symptomen zu suchen. Angst kann körperlich gespürt werden, z.B. in Form von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Asthma, usw.  Wie sich die Erkrankung aber beim Kind zeigt ist verschieden. Wie immer in der klassischen Homöopathie schaut man da genau hin und individualisiert die Symptome. Was macht diesen Menschen aus, wie reagiert er, was verbessert die Symptomatik, was verschlimmert?

Ängste verursachen ein Ungleichgewicht der Emotionen. So wie Sie übertriebene oder unangemessene Angst gelernt haben, können Sie diese auch wieder verlernen. Die klassische Homöopathie regt die Selbstregulationskräfte des Menschen an, das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen, die Psyche wird stabilisiert. Klassische Homöopathie berücksichtigt Körper, Geist und Seele, deshalb hat eine konstitutionelle Behandlung gerade bei Ängsten gute Erfolgsaussichten. Erwachsene sind oft schon „vortherapiert“, so dass es manchmal etwas schwieriger wird aus dem Kreislauf und der Abhängigkeit von Psychopharmaka, Beruhigungsmitteln und festgefahrenen Verhaltungsmustern herauszukommen. Bei Kindern ist es viel einfacher. Ich empfehle Eltern daher immer möglichst frühzeitig mit einer Konstitutions-Behandlung zu beginnen, z.B. beim Auftauchen von Prüfungsängsten, Schulangst, Trennungsangst, Heimweh, oder nach einem erlebten seelischen Trauma wie Unfallschock oder Todesfall. Das Kind darf dadurch einen wichtigen Entwicklungsschritt machen und gesunden. Es ist erstrebenswert, dass die Eltern und die Bezugspersonen des Kindes die ersten Fortschritte würdigen und das Kind unterstützen.  Das Selbstbewusstsein wird genährt mit Liebe, Nähe, auch mit Einbezug von Grosseltern, Gotte, Götti.

Tipps

Eine positive Selbstachtung und ein damit verbundenes positives Selbstwertgefühl sind wichtige Grundlagen dafür dem Leben gewachsen zu sein.

  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl. Der Grundstein des Selbstwertgefühles wird in den ersten sechs Jahren im Elternhaus gelegt, später haben Gleichaltrige und Lehrer einen grossen Einfluss. Kinder wollen um ihrer selbst willen geliebt werden.
  • Packen Sie Ihr Kind nicht in Watte. Damit Kinder ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können, müssen sie lernen mit Fehlern, Irrtümern und Gefahren umzugehen.
  • Rituale schenken Sicherheit, schaffen Vertrauen. Die abendliche Gutenachtgeschichte, das Kuscheln im Bett, ein Beschwörungszauber oder Singen können helfen, ängstigende Situationen besser zu bewältigen.
  • Eltern sind ein Vorbild für ihr Kind. Bleiben sie ruhig und liebevoll. Zeigen Sie ihrem Kind, wie sie mit Angst einflössenden Situationen umgehen. Was sie aus Fehlern lernen.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, regelmässig über sich zu sprechen. Geben Sie ihm die Sicherheit, dass Sie es ernst nehmen. Haben Sie Interesse dafür, was Ihr Kind beschäftigt, was es zu sagen hat.
  • Ein Freund, eine Freundin mit gleichen Interessen ist wichtig für die Entwicklung des Selbstvertrauens.
    Vielleicht kann das Kind aber mit Gleichaltrigen auf Grund seiner Interessen wenig anfangen, vielleicht ist es da besser Kontakte zu älteren oder jüngeren Kindern zu schaffen. In der Rolle des Beschützers fühlen sich solche Kinder manchmal einfach wohler. Sport (z.B. in einem Fussballverein) mit Gleichaltrigen stärkt das Selbstbewusstsein, gibt ein gutes Körpergefühl und schafft erst noch Kontakte unter Gleichgesinnten.
  • Loben Sie Ihr Kind wenigstes ein Mal am Tag, bzw. ein Verhalten von ihm. Loben Sie auch, wenn ihm etwas nicht gelungen ist, nämlich dafür, dass es den Mut hatte, etwas zu versuchen. Ein Lächeln, ein zärtliches Knuddeln, ein liebevolles Streicheln können helfen, dem Kind ein Gefühl von geliebt werden zu vermitteln. Nehmen Sie Ihr Kind 1 Mal am Tag in den Arm und sagen ihm: Ich mag dich. Ich bin froh, dass du da bist.
  • Halten Sie sich mit Kritik zurück. Wenn Sie kritisieren, dann nur das Verhalten und niemals die Person. Geben Sie ihm so das Gefühl, dass es als Mensch liebenswert und wertvoll ist. Das Kind darf lernen dass es um geliebt zu werden nicht alles richtig machen muss. Wird es z.B. in der Schule gehänselt, ausgegrenzt, unterstützen Sie Ihr Kind. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch wenn Sie sich dabei hilflos und überfordert fühlen (Kinder- und Jugendberatungsstelle). Seien Sie für Ihr Kind da.
  • Seien Sie achtsam, wenn sich Ihr Kind verändert, sich z.B. zurückzieht, ängstlich reagiert, Dinge verweigert die es vorher selber gut konnte. Versuchen Sie herauszufinden, was passiert ist, was es beschäftigt, und ob es Lösungsmöglichkeiten gibt (und setzen diese mit dem Kind auch um).
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es seine Gefühle beeinflussen wenn es sich schlecht fühlt. Es kann z.B. die Augen zu schließen und sich etwas sehr Schönes aus der Vergangenheit vorzustellen. Oder fordern Sie es auf, sich eine Situation vorzustellen, in der es stolz auf sich war, weil es etwas Besonderes erreicht hat, etwas besonders gut konnte.
  • Ein Haustier, ein tierischer Freund hilft dem Kind, weil es von ihm bedingungslos geliebt wird. Ausserdem fördert ein Tier das selbstverantwortliche Handeln, schenkt dadurch auch Selbstbewusstsein. (Der Kauf eines Tieres muss aber immer gut überlegt sein).
  • Mit Kasperlipuppen lassen sich Angst machende Alltagsgeschichten spielerisch nachspielen. Das Kind kann sogar wählen, ob es mitspielen will oder nicht.  Malen und Zeichnen. Über Zeichnungen ist es manchmal erst möglich, die Situation zu zeigen, die Angst macht. Oder wie sich das Kind gegen das ängstigende zur Wehr setzt. Das Kind kann das Monster auch zeichnen, und dann im Garten oder im Wald vergraben oder verbrennen. Vielleicht möchte es das Monster auch spielerisch verjagen.

Behandlung Schulmedizin

  • Verhaltenstherapie; Familientherapie; Erziehungsberatungsstelle; Psychotherapie
  • Wegen der möglichen Nebenwirkungen und den immer noch unzureichend belegten Auswirkungen auf Kinder, besonders auf das noch reifende Gehirn, sind Psychopharmaka nur äusserst zurückhaltend einzusetzen.